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Emerging Markets-Staatsanleihen: Weitere Zugewinne in der Sommerpause


08.09.17 09:15
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die in US-Dollar und Euro notierten Staatsanleihen aus den Schwellenländern tendierten im August freundlich, so die Experten von Union Investment.

Saisonbedingt sei der Handel an den Märkten jedoch sehr ruhig verlaufen. Auf Indexebene (J.P. Morgan EMBI Global Div. Index) habe der Gesamtmarkt auf US-Dollarbasis 1,8 Prozent zugelegt. Die Gesamtrendite sei, getrieben vom US-Staatsanleihemarkt, leicht von rund 5,3 auf 5,1 Prozent zurückgegangen. Die Risikoprämien (Spreads) hätten im Bereich der Marke von 300 Basispunkten geschwankt, seien zeitweise sogar darunter gefallen. Per Saldo hätten die Spreads um vier auf 300 Basispunkte nachgegeben.

An den lokalen Emerging Markets (EM)-Anleihemärkten sei die durchschnittliche Rendite um 6 Basispunkte auf 6,0 Prozent gefallen. Die EM-Währungen hätten von der Schwäche des US-Dollar profitieren und mehrheitlich aufwerten können. Insgesamt hätten EM-Rentenanlagen im August Mittelzuflüsse von 5,5 Milliarden US-Dollar verbuchen können, die zu drei Vierteln in Hartwährungsmandate wie US-Dollar oder Euro erfolgt seien.

Politische Unsicherheiten (Nordkorea, Venezuela) hätten sich nicht großflächig auf den EM-Sektor ausgewirkt und seien somit eher lokale Einflussfaktoren geblieben. Mit Blick auf den Primärmarkt habe die sich Sommerpause im August deutlich niedergeschlagen. Die Anzahl der Neuemissionen habe abgenommen, der Großteil der wenigen neuen Papiere habe im Berichtsmonat aus Asien gestammt. Darüber hinaus seien einige Exoten wie Gabun, Jamaica oder auch der Irak, der erfolgreich Bonds im Gegenwert von einer Milliarde US-Dollar bei den Anlegern habe platzieren können, an den Markt gekommen.

Die Zinspolitik der Zentralbanken sei im Berichtsmonat von Zurückhaltung geprägt gewesen. Indien habe den Leitzins um 0,25 auf 6,0 Prozent reduziert. Die tschechische Notenbank habe hingegen um 0,2 auf 0,25 Prozent erhöht. Beim Ratinggeschehen hätten die Herabstufungen überwogen. Hiervon seien vor allem afrikanische Staaten wie Namibia, Angola, der Kongo und Tunesien betroffen gewesen. Brasilien habe hingegen seine Kreditwürdigkeit verbessern können, sei mit BB aber weiterhin im hochspekulativen Bereich geblieben.

Die Märkte sollten weiterhin aufgrund der hohen Mittelzuflüsse unterstützt bleiben, die Experten von Union Investment rechnen zu Septemberbeginn wieder mit verstärkten Primärmarktaktivitäten. (Ausgabe August 2017) (08.09.2017/alc/a/a)