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Emerging Markets: Rückläufige Risikoprämien sorgen für leicht freundliche Tendenz


10.09.20 09:45
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Aufgrund der Sommerpause hatten wir im August an den Anleihemärkten der Schwellenländer ein sehr ruhiges Handelsgeschehen, so die Experten von Union Investment.

Mit Blick auf die allgemeine Zinsentwicklung habe der Renditeanstieg bei den US-Staatsanleihen das Geschehen an den Rentenmärkten geprägt. Die US-Zinskurve habe über die langen Laufzeiten einen deutlich steileren Verlauf angenommen, während der kurze Bereich durch die Zinspolitik der FED fest verankert geblieben sei. Dennoch hätten in Euro beziehungsweise US-Dollar denominierte EM-Hartwährungstitel im Berichtsmonat auf Indexebene (J.P. Morgan EMBI Global Diversified-Index) ein Plus in Höhe von 0,5 Prozent verzeichnet. Zeitweise habe der Gesamtmarkt bis 1,5 Prozent im Plus gelegen, er habe die Gewinne aber nicht in Gänze halten können.

Positiv habe sich letztlich der fortgesetzte Rückgang der Risikoprämien (Spreads) ausgewirkt. Diese hätten sich zeitweise der psychologischen Marke von 400 Basispunkten angenähert. Per Monatsende sei letztendlich ein Rückgang der Aufschläge um 17 auf 423 Basispunkte verblieben. Am Primärmarkt habe ebenfalls sommerliche Ruhe geherrscht. Erwähnenswert sei hierbei eine Platzierung im Staatsanleihesektor, bei der etwas überraschend Abu Dhabi im Berichtsmonat eine größere Emission platziert habe, die drei Tranchen mit verschiedenen Laufzeiten umfasst habe.

Auf Einzelländerebene hätten Titel aus Sri Lanka, Surinam, Venezuela und Argentinien bei der Wertentwicklung vorne gelegen. Argentinien und auch Ecuador hätten ihre Restrukturierungen mit deutlich verringerten Zinskupons sowie Laufzeitverlängerungen erfolgreich abgeschlossen. Ab September würden hier neue Anleihen gehandelt. Allerdings seien mit dem Libanon und Weißrussland im August auch wieder verstärkt geopolitische Themen in den Vordergrund getreten. Aufgrund der unsicheren politischen Lage hätten die Titel dieser Länder die größten Verluste aufgewiesen.

Währungsseitig hätten zahlreiche EM-Devisen gegenüber dem schwachen US-Dollar aufwerten können. Chinesischer Renminbi, Malaysischer Ringgit und Mexikanischer Peso hätten jeweils rund 1,8 Prozent hinzugewonnen. Mit fünf Prozent habe die Türkische Lira die größten Abwertungsverluste aufgewiesen. (Ausgabe vom 08.09.2020) (10.09.2020/alc/a/a)