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Emerging Markets-Rentenmärkte: Corona-Fallzahlen und US-Wahlkampf sorgen für Unsicherheit


11.11.20 09:30
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Handelsmonat Oktober verlief an den Rentenmärkten der Schwellenländer (Emerging Markets, EM) zweigeteilt, so die Experten von Union Investment.

Während die ersten beiden Wochen von einer positiven Entwicklung geprägt gewesen seien, hätten in der zweiten Monatshälfte steigende Corona-Fallzahlen sowie der Endspurt im US-Wahlkampf für Unsicherheit gesorgt. Die Anleger hätten sich entsprechend zurückgehalten. Die zu Monatsbeginn erzielten Gewinne hätten auf Gesamtmarktebene nicht aufrechterhalten werden können. Per Saldo sei der J.P. Morgan EMBI Global Diversified-Index auf der Stelle getreten. Die Risikoaufschläge (Spreads) hätten sich hingegen weiter eingeengt. Im Vergleich zum Vormonat sei der Spread um rund zwölf auf 420 Basispunkte gesunken. Ursächlich dafür seien leicht anziehende US-Renditen gewesen.

Die Entwicklung am Primärmarkt sei ähnlich zu jener am Sekundärmarkt verlaufen. Während zum Monatsbeginn noch einige Emittenten neue Papiere platziert hätten, sei gegen Monatsende angesichts des Endspurts im US-Wahlkampf das Neuemissionsvolumen abgeflacht. Im Bereich der Schwellenländer-Unternehmensanleihen habe die rege Neuemissionsaktivität angehalten. Insbesondere asiatische Emittenten wie Logan Property oder BAIDU seien aktiv gewesen. Zu den insgesamt größten Emissionen hätten Papiere von Ülker aus der Türkei, Kernel aus der Ukraine, Millicom aus Kolumbien und Petrobras aus Brasilien gezählt.

Aus geldpolitischer Perspektive habe sich das Geschehen in Grenzen gehalten. Größtenteils seien die Leitzinssätze in den Schwellenländern unverändert geblieben, darunter auch in der Türkei, trotz weiterhin galoppierender Inflation sowie eines steigenden Außenhandelsdefizits. In Kombination mit einzelnen politischen Spannungen sei dies am Währungsmarkt negativ aufgenommen worden. Die Türkische Lira habe gegenüber dem Euro mit einem Minus von sieben Prozent erneut deutlich abgewertet. Seit Jahresbeginn würden sich die Verluste auf über 30 Prozent summieren. Daneben hätten auch der Argentinische Peso (-2,1 Prozent) sowie der Russische Rubel (-1,8 Prozent) gegenüber der Gemeinschaftswährung abgewertet. Der Mexikanische Peso (+5,1 Prozent), Südafrikanische Rand (+3,8 Prozent) und Südkoreanische Won (+3,7 Prozent) hätten hingegen deutlich aufwerten können. (Ausgabe vom 09.11.2020) (11.11.2020/alc/a/a)