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Emerging Markets-Hartwährungsanleihen: Attraktive Risikoprämien


06.07.21 09:15
Raiffeisen Capital Management

Wien (www.anleihencheck.de) - Das erste Halbjahr 2021 ist schön nach Drehbuch für den Film "Die Weltwirtschaft lässt die Covid-Krise hinter sich" verlaufen, so Ingrid Szeiler, CIO der Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft m.b.H. (Raiffeisen KAG).

Aktien, und hier vor allem die zyklischen Vertreter, hätten zulegen können, die gesamte Renditekurve habe sich nach oben verschoben und sei auch steiler geworden. Diverse Rohstoffe hätten spürbare Preisanstiege gezeigt. Getrieben gewesen sei diese Marktentwicklung von besseren Konjunkturdaten inklusive sinkender Arbeitslosigkeit, höherer Inflation und einer starken Erholung der Unternehmensgewinne.

Gerade in den letzten Wochen habe sich die Diskussion über die Inflation und mögliche Auswirkungen auf die Geldpolitik verstärkt. Die Aussagen der US-amerikanischen Notenbank FED in Richtung etwas früherer Zinsanhebungen hätten kurzfristig für Verunsicherung gesorgt, bevor die Notenbanker wieder zurückgerudert seien.

Im zweiten Halbjahr werden uns wohl einerseits diese Themenschwerpunkte, andererseits aber auch die Marktentwicklungen erhalten bleiben, so die Experten der Raiffeisen KAG. Die Konjunkturerholung werde voranschreiten, das würden die Vorlaufindikatoren zeigen. Die eine oder andere Inflations- und Infektionszahl werde zu hochgezogenen Brauen der Anleger, aber nicht zu nachhaltigen Aktienkorrekturen führen. Und die Unternehmen würden auf ihrem Erholungspfad weitergehen. Klarerweise seien die guten Nachrichten zum Teil schon durch die erwähnte positive Performance vorweggenommen worden. Konjunktur- und Marktzyklus seien jedoch noch relativ jung, Potenzial sei weiterhin vorhanden. Auch den Rohstoffen werde weiterhin Preisfantasie zugebilligt.

Bei Euro-Unternehmensanleihen (Non-Financials) waren wir bereits in den Vormonaten zurückhaltend, so die Experten der Raiffeisen KAG. Die Experten würden vorerst keine relevanten Spreadanstiege bei Euro-Unternehmensanleihen erwarten.

Unsere Sicht auf Schwellenländer-Hartwährungsanleihen bleibt unverändert positiv, so die Experten der Raiffeisen KAG. Die globale wirtschaftliche Erholung unterstütze auch die Ertragserwartungen dieser Anleiheklasse, wenngleich das Ende der Covid-Pandemie in den Emerging Markets langsamer vonstattengehe. Die Experten der Raiffeisen KAG würden vorerst keinen wesentlichen Aufwärtsdruck bei den Risikoprämien von EM-Hartwährungsanleihen erwarten, sondern diese nach wie vor als attraktiv bewerten.

Seien die internationalen Aktienmärkte im April und Mai in einen Konsolidierungsmodus eingetreten, hätten sie sich im Juni wieder von der sehr starken Seite gezeigt. Wobei die etwas rigideren Aussagen der US-Notenbank kurzfristig für Verstimmung an den Märkten gesorgt hätten. Damit sei einmal mehr klar, dass die Frage des weiteren Pfads der Geldpolitik von immens wichtiger Bedeutung sei. Die Experten der Raiffeisen KAG würden auf Sicht der nächsten Monate ein unverändert positives Kapitalmarktumfeld erwarten.

Die Annahme, dass Aktien aus den Emerging Markets vor einem Ausbruch nach oben stünden, habe sich nicht bewahrheitet. Vielmehr setze sich die Konsolidierungsphase fort. Dass der asiatische Raum nunmehr vermehrt mit Ausbrüchen der Delta-Variante zu kämpfen habe, führe dazu, dass Emerging Markets gegenüber Aktien aus entwickelten Märkten im Juni schlechter abgeschnitten hätten. Beim Gewinnwachstum sei erkennbar, dass die Regionen Lateinamerika und Osteuropa, deren Unternehmen besonders von der Krise getroffen gewesen seien, jetzt sehr stark aufholen würden.

Die Rohstoffmärkte würden sich weiter von der festen Seite präsentieren. Dabei würden vermehrt Angebotsthemen in den Fokus treten, die die zyklischeren Rohstoffsegmente unterstützen würden. Nicht verwunderlich sei, dass sich im Umfeld steigender Renditen Edelmetalle schwächer präsentieren würden. Die US-Renditeanstiege im Juni hätten daher auch bei Gold wieder zu Wertrückgängen geführt. (06.07.2021/alc/a/a)