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Emerging Markets-Bonds und Wandelanleihen interessant


11.01.21 10:23
Swisscanto Invest

Zürich (www.anleihencheck.de) - Die Börsen sind seit dem "Corona-Crash" im März vergangenen Jahres auf der Überholspur, so die Experten von Swisscanto Invest.

Bei dieser Fahrt Richtung Norden habe es kaum nennenswerte Rückschläge und bei einigen wichtigen Indices sogar Allzeithochs gegeben. "Investoren stellen nun zurecht die Frage: Kommen die Börsen in 2021 ins Schleudern oder endet die Fahrt sogar in einem Crash? Da wir mehr positive als negative Signale sehen, haben Aktien weiterhin Rückenwind. Rückschläge drohen, wenn entweder die Wirtschaftspolitik früher die Zügel anziehen muss (beispielsweise wegen steigender Inflation) oder selbstverständlich, wenn es wieder zu einem Schock in einer Größenordnung der Coronavirus-Pandemie käme", sage Stefano Zoffoli, Chefstratege bei Swisscanto Invest.

Für das erfreuliche Bild seien vier Haupttreiber verantwortlich. Erstens die ultraexpansive Geldpolitik, die international weitergeführt werden dürfte. Dies spreche für Realwerte, die einen Inflationsschutz bieten würden. Denn zum ersten Mal seit 2008 steige die 3-Jahres-Inflationserwartung in den USA auf 2,5 Prozent. Zweitens stünden die Zeichen auf eine Erholung der Unternehmensgewinne (rund 20 Prozent weltweit), was für Aktien spreche. Drittens halte der ESG-Trend an. Viele internationale Investoren hätten ESG längst zum Standard erklärt - doch dieser Bereich habe noch weiteres Potenzial, um sich positiv auf Aktienmärkte auszuwirken. Und viertens spreche vieles für eine kräftige und anhaltende Konjunkturerholung in den Schwellenländern. Dies eröffne Chancen vor allem in Sektoren, die von der zunehmenden Mittelschicht nachgefragt würden; dazu gehöre Medizin und Gesundheit.

"Daher sehen wir 2021 konkret bei Aktien aus den Schwellenländern gute Perspektiven für Kursgewinne. Auch wenn IT-Werte relativ teuer bewertet sind, bieten sie aufgrund des strukturellen Wachstums weitere Chancen. Im Bereich Value dürften günstige zyklische Werte aus den Bereichen Energie und Banken in diesem Jahr sehr interessant sein. Wir erwarten in 2021, dass sich die Anlagestile Growth und Value nicht gegensätzlich entwickeln, sondern dass die jeweiligen Extremen (zum Beispiel Big Tech und Energie) beide den globalen Aktienmarkt schlagen. Aber auch Alternative Anlagen und Rohstoffe inklusive Edelmetalle bieten in diesem Jahr Opportunitäten und kommen zur Portfolio-Beimischung infrage. Bei den Rohstoffen gehen wir angesichts des Zusammentreffens von Angebotsabbaus und Konjunkturbelebung vom Erreichen des 6-Jahres-Hochs aus", so Zoffoli.

Es habe eine Beruhigung der Kreditmärkte stattgefunden aufgrund der Interventionen der Notenbanken infolge des Corona-Schocks und habe diese auf historische Rendite-Tiefststände zurückgeführt. Somit sei die Ausgangslage für Anleiheninvestoren auch in diesem Jahr anspruchsvoll und herausfordernd. Insbesondere auch aufgrund der Tatsache, wenn man berücksichtige, mit welchen Risiken die tiefen Renditen erkauft werden müssten. Denn die Duration des Anleihenmarkts habe sich weiter erhöht auf momentan siebeneinhalb Jahre. Dieser Wert sei immerhin 50 Prozent höher als vor zehn Jahren. Die Kombination von den historischen Rendite-Tiefstständen und dem Rekordwert bei der Duration sei eine brisante Konstellation.

"Im Bereich der Anleihen legen wir aktuell einen Fokus auf inflationsgeschützte Anleihen. Auch chinesische Staatsanleihen erscheinen in 2021 attraktiv mit rund drei Prozent Verzinsung. Und wie beim Aktienmarkt orten wir auch im Anleihensegment in den Schwellenländern vergleichsweise höhere Chancen. Die Emerging Markets profitieren besonders stark vom konjunkturellen Aufschwung und sind auch bewertungstechnisch in einer guten Ausgangslage in Bezug auf Devisen und Renditen. CoCo-Anleihen und Wandelanleihen sehen wir in diesem Jahr ebenfalls positiv als sinnvolle Portfoliobeimischung zur Renditeerzielung. Bei Wandelanleihen profitiert man - nebst von der Optionalität - speziell von der hohen Vertretung von Small & Mid Caps Firmen", so Zoffoli. (11.01.2021/alc/a/a)