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Einigung zum EU-Wiederaufbaufonds - Märkte reagieren erleichtert


21.07.20 10:00
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - "Deal!" twitterte EU-Ratspräsident Michel heute Früh um 5:30 und verkündete damit offiziell die Einigung der 27 Staats- und Regierungschefs auf einen Wiederaufbaufonds (EUR 750 Mrd.) sowie einen mehrjährigen Finanzrahmen (MMF: EUR 1,074 Mrd.), so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Die Einigung zum Wiederaufbaufonds sehe eine Aufteilung zwischen Zuschüssen und Krediten im Verhältnis EUR 390 Mrd. zu EUR 360 Mrd. vor, 70% der Zuschüsse sollten in den Jahren 2021 und 2022 gewährt werden. Damit seien die Zuschüsse knapp unter dem von Merkel und Macron (zuletzt) geforderten Betrag von EUR 400 Mrd. geblieben, jedoch auch über Zielmarke der "sparsamen Fünf" (EUR 350 Mrd.). Allerdings sei dieser Punkt seit Montagmorgen allgemein akzeptiert worden und Basis des Vorschlags, mit dem Michel die Verhandlungen am frühen Montagabend eröffnet habe. Ein zentraler strittiger Punkt sei hingegen bis zuletzt die insbesondere von den Niederlanden geforderte Vetomöglichkeit bei Auszahlungen gewesen. Der Kompromiss sehe nun vor, dass im Falle von Bedenken hinsichtlich der Einhaltung von (Reform-) Vorgaben Mitgliedsstaaten dies auf die Agenda des nächsten Treffens der Staats- und Regierungschefs setzten könnten. Dieser Prozess ende jedoch bereits mit einer umfassenden Diskussion der geäußerten Bedenken. Wie im ursprünglichen Kommissionsvorschlag (27.05.) vorgesehen, solle die Tilgung der zu begebenden Anleihen bis 2058 erfolgen.

Die Märkte hätten erleichtert reagiert, als eine Einigung verkündet worden sei. So habe EUR/USD leicht zulegen können, nachdem in den frühen Morgenstunden ein Großteil der gestern Abend erfolgten "Erleichterungsbewegung" wieder abgegeben worden sei. (21.07.2020/alc/a/a)