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Eine Verschärfung der finanziellen Bedingungen durch die EZB wäre zu früh


15.07.20 17:00
La Française AM

Frankfurt am Main (www.anleihencheck.de) - Für die morgige EZB-Sitzung werden keine größeren geldpolitischen Änderungen erwartet, so François Rimeu, Head of Multi Asset & Senior Strategist bei La Française Asset Management.

- Keine Änderung des Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP): Es sei erwartet worden, dass der Umfang des PEPP im Laufe dieses Jahres möglicherweise erhöht werde. Die jüngsten Erklärungen der EZB-Mitglieder (Isabel Schnabel und François Villeroy de Galhau) könnten jedoch darauf hindeuten, dass es zu keiner Ausweitung des PEPP kommen werde. Dies werde eine sorgfältige Kommunikation von Christine Lagarde bis zum Ende des Sommers erfordern, um eine Verschärfung der Finanzierungsbedingungen zu vermeiden.

- Keine Änderung seitens des Quantitative Easing (QE): Allerdings könnte eine Ausweitung des QE später im Jahr erforderlich sein, sollte die EZB den Umfang des PEPP nicht erhöhen.

- Die EZB könnte damit beginnen, "Fallen Angels" zu kaufen, insbesondere nach der jüngsten Umfrage zur Bankenkreditvergabe, die eine Verschärfung der Kreditbedingungen für Privathaushalte ergeben habe. Allerdings sei die Kommunikation zu diesem Thema in letzter Zeit nicht sehr ausgeprägt gewesen (lediglich Fabio Panetta habe dieses Thema kürzlich aufgegriffen). Daher käme es überraschend, wenn die EZB beschließen würde, als Ramsch bewertete Schuldtitel in ihr Kaufprogramm aufzunehmen. Nichtsdestotrotz bestehe die Möglichkeit.

- Keine Änderung des Einlagenzinssatzes.

Alles in allem sollte diese EZB-Sitzung ein "non-event" sein. Die makroökonomischen Rahmenbedingungen und Inflationszahlen hätten sich etwas schneller als erwartet erholt, aber für straffere Finanzierungsbedingungen durch die EZB sei es noch viel zu früh. (15.07.2020/alc/a/a)