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EZB wird geldpolitische Instrumente im Oktober neu kalibrieren


04.10.17 09:30
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Am Montag kündigte EZB-Chefvolkswirt Peter Praet in einer Rede an, dass die Notenbank "im Herbst" ihre geldpolitischen Instrumente zur Stützung der Konjunktur neu kalibrieren werde, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

In einem Marktumfeld mit weniger Unsicherheit seien Investoren geduldiger und könnten die Impulse von einem Anleihekaufplan, der sich über einen längeren Horizont erstrecke, besser einschätzen. Praet sehe die Erholung im Euroraum zwar als solide, breitbasiert und widerstandsfähig an. Es müssten aber noch hinreichende Fortschritte bei der Inflation erzielt werden. Hier sei man noch um Einiges von einer nachhaltigen Anpassung entfernt.

Die Äußerungen würden darauf schließen lassen, dass die Währungshüter derzeit keine Eile bei der Rückführung der ultralockeren Geldpolitik hätten. Die Analysten würden daher am 26. Oktober mit der Ankündigung einer Verlängerung des QE-Programms um sechs Monate über den Dezember 2017 hinaus, gleichzeitig aber mit einer Reduzierung des monatlichen Ankaufvolumens auf 40 Mrd. EUR (bisher: 60 Mrd. EUR) rechnen. Der Euro, der zum US-Dollar zeitweise bis in den Bereich des Hochs vom August 2015 (1,1714 USD) nachgegeben habe, habe sich gestern im Tagesverlauf wieder oberhalb dieser Marke festsetzen können, die für die weiteren Perspektiven von wichtiger Bedeutung sei. (04.10.2017/alc/a/a)