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EZB verändert Expansionsgrad nicht


11.09.20 08:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Im Nachgang zur Ratssitzung der Europäischen Zentralbank kam an den Staatsanleihemärkten zu sinkenden Kursen, denn der Expansionsgrad der Zins- und QE-Politik blieb unverändert, so die Analysten der Helaba.

Enttäuschend aus der Perspektive der Analysten sei gewesen, dass auch die Tiering-Politik unverändert geblieben sei. Weiterhin sehe die EZB ein positives Konjunkturszenario. Wachstums- und Inflationsprojektionen seien angepasst worden. Hinweise auf weitere Lockerungsschritte der Notenbanker habe es aber nicht gegeben. Deutlich habe der Eurokurs mit einem Sprung nach oben reagiert, da Marktteilnehmer nach der Verbalintervention von EZB-Chefvolkswirt Lane offensichtlich auf eine stärkere Reaktion gehofft hätten. Aktienmärkte und ITRAXX-Indizes hätten sich insgesamt wenig beeindruckt gezeigt.

Datenseitig richte sich das Interesse auf die US-Verbraucherpreise des Monats August. Die Teuerung liege unterhalb des Zielwertes von 2% und daran werde sich mit den Augustdaten nichts ändern. Zwar laufe der Einfluss niedrigerer Energiepreise aus, aber schon im September könnte sich nach dem jüngsten Rutsch der Ölnotierungen wieder ein dämpfender Effekt ergeben. Die wichtige Kerninflation habe im Juli unerwartet stark zugelegt, dies sollte sich nach Erachten der Analysten in dieser Dynamik nicht fortsetzen und so dürften die Inflationserwartungen (5Y/5Y Inflation Swap Forward) keinen neuen Schub erfahren. Diese lägen gegenüber dem Frühjahr immerhin auf einem erholten Niveau, im historischen Vergleich seien sie aber weiterhin als moderat zu bezeichnen. (11.09.2020/alc/a/a)