EZB spielt auf Zeit


07.09.17 12:50
Baader Bank

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Heute ist es wieder mal soweit: Die Notenbanker der Europäischen Zentralbank (EZB) treffen sich unter dem Vorsitz ihres Präsidenten Mario Draghi, um über die weitere Geldpolitik zu beraten und zu beschließen, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.

Die Spannung vor der wie auch immer gearteten Entscheidung wachse, da Super Mario bereits im Vorfeld darauf hingewiesen habe, dass man im Herbst über die Wertpapierankäufe beraten werde. Inzwischen habe der Herbst zumindest aus meteorologischer Sicht bereits begonnen, aber aus der kalendarischen müsse man noch etwas warten. Solche Gedankenspiele würden in besonderer Art und Weise die Einschätzung der Analysten verdeutlichen.

Fakt sei, dass das Umfeld für einen Beschluss zugunsten eines beginnenden Taperings nicht ideal sei und man deshalb den Untergrund noch entsprechend präparieren müsse. Beim Tennis würde man das als "Zurechtlegen des Gegners" bezeichnen. Denn schon jetzt bereite die Aufwertung der gemeinsamen Währung gegenüber dem Greenback (2,5-Jahreshoch) den Notenbankern Kopfschmerzen - und das könnte sich schnell zu einer Migräne auswachsen. Habe man früher stets bei einem schwachen Euro auf die Bevorteilung Deutschlands verwiesen, so wachse nun bei einer festeren Währung die Angst vor einem Abwürgen der Wirtschaft in den konjunkturell schwachen Ländern. Aber auch im Hinblick auf die nahende Bundestagswahl sei davon auszugehen, dass die EZB-Verantwortlichen noch keine feste Marschroute bekannt geben würden.

Es werde also weiterhin auf Zeit gespielt. Bei einer anderen Sportart (Handball) wäre schon längst wegen Zeitspiel abgepfiffen worden, aber nicht an den Finanzmärkten. Jedoch werde Mario Draghi heute das Thema nicht einfach totschweigen können. Vielmehr müsse er, um seine Glaubwürdigkeit zu erhalten, zumindest einen Ausblick in die nahe Zukunft geben. Doch mit welchen Hinweisen wäre das möglich? Zum Beispiel, dass man in einem ersten Schritt interne Gremien damit beauftragen werde, einen Plan zu erarbeiten, wie die Reduzierung der Wertpapierkäufe schonend für die Finanzmärkte zu gestalten wäre. Denn seitens der EZB möchte man bei der Lockerung der Zügel keine Marktverwerfungen erzeugen. Und um zugleich die mit den Hufen scharrenden Marktteilnehmer im Zaume zu halten, werde man nicht umhinkommen, den Finger zu heben und darauf hinzuweisen, dass man jederzeit in der Lage sei, geeignete Gegenmaßnahmen zu ergreifen und die Märkte zu zügeln.

Es gilt also auch heute, genau zuzuhören, wenn MD aus Rom kurz nach seinem 70. Geburtstag vor die Presse tritt und uns mit seiner Verklausulierung der Dinge beglücken will, so die Analysten der Baader Bank.

Den USA drohe weiteres Ungemach. Nach Hurrikan Harvey, der vor allem in der texanischen Stadt Houston verheerende Schäden angerichtet habe, rase nun Irma auf Florida zu. Dieser gefährliche Tropensturm habe bereits mit Spitzenwind-Geschwindigkeiten von bis zu 360 km/h die Urlaubsparadiese St. Barth und St. Martin verwüstet und solle der stärkste Hurrikan sein, der je gemessen worden sei. Um allein die Schäden von Harvey zu beseitigen, brauche Texas mindestens 100 Mrd. USD. Eine erste Hilfszahlung in Höhe von knapp 8 Mrd. USD habe US-Präsident Donald Trump bereits beantragt, jedoch werde das nur ein Tropfen auf einen heißen Stein sein.

Diese Finanzhilfe wäre allerdings problematisch gewesen, weil die USA voraussichtlich Ende September an ihre bisher festgelegte Schuldenobergrenze gestoßen wären. Jedoch sei der US-Haushaltsstreit in der Nacht auf Mittwoch zunächst entschärft worden. Präsident Trump, der Unberechenbare, habe sich mit dem Kongress auf eine Zwischenfinanzierung bis zu 15. Dezember des Jahres geeinigt. Damit sei ein "Government Shutdown" vorerst verhindert worden! Wäre das nicht gelungen, dann hätte sich die Situation aus dem Jahr 2011 wiederholen können, als langwierige Verhandlungen über die Erhöhung der Verschuldungsgrenze sowie die darauffolgende Abstufung der Bonität der USA zu einem Einbruch des S&P 500-Index um mehr als 15% geführt hätten.

Wahrscheinlich wäre diese Einigung ohne die Naturgewalten Harvey und Irma nicht so schnell möglich gewesen, denn bei diesen Gesprächen sei auch die Nothilfe für die Opfer des Wirbelsturms Harvey geregelt worden. Dadurch sei zumindest neben dem finanziellen Freiraum auch Zeit geschaffen worden, um neue Regelungen zu treffen, welche die Staatspleite im Dezember verhindern sollten.

Druck sei hierbei sicherlich auch seitens der Rating-Agentur Moody's aufgebaut worden, die nach eigenen Worten mit dem Gedanken gespielt habe, den USA das begehrte "AAA"-Rating zu entziehen. Sollte das Land nur einmal seine Schulden nicht bedienen, wäre die Top-Bonitätsnote nicht mehr zu halten, habe Moody's hierzu mitgeteilt. Es wäre dann auch unwahrscheinlich, dass das Land die Note wieder zurückbekomme, selbst wenn die Probleme gelöst seien.

Wie angespannt die Lage in den USA gewesen sei, sei aber auch am Geldmarkt deutlich geworden. Dort habe am Dienstag die US-Regierung bei der Auktion von 4-Wochen-T-Bills einen Anstieg der Renditen von 0,96% in der Vorwoche auf 1,30% hinnehmen müssen. Dies sei deutlich mehr gewesen, als Investoren dafür verlangt hätten, Gelder für drei Monate (1,02%) oder sechs Monate (1,115%) zur Verfügung zu stellen. Sicherheit bzw. Unsicherheit habe also doch ihren Preis! Nach den jüngsten Ereignissen habe sich die Rendite der 4-Wochen-Gelder wieder bei 1,0654% eingependelt.

Die Ertragssituation kleiner und mittelgroßer deutscher Banken sei aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase massiv unter Druck geraten. Wie eine Erhebung der Bundesbank ergeben habe, würden die Institute in den kommenden fünf Jahren von einer starken Belastung von Gewinn und Kapitalrentabilität ausgehen.

Immerhin, laut Bundesbank seien die Institute in Bezug auf die Gesamtrentabilität nicht mehr so pessimistisch wie zuletzt noch vor zwei Jahren. Sie würden vielmehr planen, ihre Ausstattung mit hartem Kernkapital zu erhöhen, und sich Fusionen gegenüber aufgeschlossen geben. Jedoch sei hierbei daran erinnert, dass zwei Lahme nicht wieder gehen und zwei Blinde nicht wieder sehen könnten.

Folge man der Studie der Bundesbank weiter, würden die Banken einen Rückgang ihres Jahresüberschusses vor Steuern im Jahr 2021 von 9% gegenüber dem Wert von 2016 prognostizieren. Parallel dazu würden die Institute von steigenden Bilanzsummen ausgehen, weshalb die Gesamtrentabilität um 16% auf 0,43% zurückgehen dürfte. Bei der vorangegangenen Umfrage im Jahr 2015 hätten Banken und Sparkassen noch mit einem Rückgang von 25% gerechnet.

Unterm Strich bewerte die Bundesbank die deutschen Banken als "überwiegend gut kapitalisiert". Die Kapitalausstattung der meisten Institute helfe dabei, die negativen Effekte des Niedrigzinsumfelds abzufedern. Und noch lebe man von den Pfründen der Vergangenheit.

Die als BRICS-Staaten organisierten großen Schwellenländer würden von Europa und den USA mehr Mitsprache bei welt- und wirtschaftspolitischen Themen fordern. Wie Chinas Präsident Xi Jinping beim jährlichen Gipfeltreffen der fünf Nationen China, Brasilien, Russland, Indien und Südafrika deutlich gemacht habe, wolle man in der Weltgemeinschaft künftig kräftiger mitmischen und mehr Einfluss nehmen.

Dazu möchten die BRICS-Staaten stärker als bisher in internationalen Institutionen vertreten sein. Denn Einrichtungen wie die Weltbank würden immer noch zu stark von den USA und Westeuropa bestimmt werden, so ihr Vorwurf. Dass sich die Länder im globalen Umgang nicht immer fair behandelt fühlen würden, habe auch Xi Jinpings Forderung nach einer gerechteren und vernünftigeren internationalen Ordnung deutlich gemacht.

Dabei habe er seinen Auftritt für einen Seitenhieb gegen protektionistische Tendenzen in den USA genutzt. "Multilaterale Handelsgespräche sind nur unter großen Schwierigkeiten vorangekommen und die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens ist auf Widerstand gestoßen", habe Xi Jinping beklagt, der bereits beim jüngsten Weltwirtschaftsgipfel in Davos als Verteidiger des freien Welthandels aufgetreten sei. Xi Jinping habe gesagt, China werde mit gutem Beispiel vorangehen. Man wolle weiter weltweit investieren und ausländische Investitionen willkommen heißen. Allerdings ziehe auch China selbst wegen seiner eigenen Handelspraktiken immer wieder massive Kritik auf sich, weil es ausländischen Investoren den Marktzugang erschwere.

Um der Dominanz des Westens etwas entgegenzusetzen, erwäge der BRICS-Finanzausschuss die Schaffung einer gemeinsamen virtuellen Währung. Daher solle eine BRICS-Kryptowährung entwickelt werden, die dazu beitragen könnte, den US-Dollar und andere Währungen als Handelswährung unter den BRICS-Schwellenländern abzulösen. Die BRICS-Staaten würden außerdem eine Umstellung ihres Außenhandels auf lokale Währungen mit dem Chinesischen Yuan als Leitwährung vorsehen. Die von den BRICS-Staaten 2014 ins Leben gerufene New Development Bank (NDB) solle diesen Prozess anführen.

Endlich, werde sich so mancher Investor denken, neige sich die Sommerpause dem Ende entgegen und die Unternehmen würden Ihre Aktivitäten in Bezug auf die Begebung von Neuemissionen starten. Der September habe sich in den letzten Jahren zu einem besonders starken Emissionsmonat entwickelt und der Auftakt sei vielversprechend. So hätten sich mit Daimler, GlaxoSmithKline Capital, Telefónica Emisiones S.A.U. und Valeo gleich vier in der Branche bekannte Unternehmen frische Gelder am Kapitalmarkt besorgt. Wie günstig für CFOs die Refinanzierungsmöglichkeiten momentan seien, verdeutliche die Tatsache, dass der Pool der Unternehmensanleihen mit Negativrenditen ein Sechs-Monats-Hoch erreicht habe.

Den Auftakt habe Daimler mit einem 500 Mio. Euro schweren Bond (ISIN DE000A19NY87 / WKN A19NY8) gemacht, der am 13.09.2021 fällig werde. Die Anleihe sei mit einem jährlichen Zins von 0,20% ausgestattet und zu 99,857% begeben worden, was einem Emissionsspread von +22 Bps über Mid Swap gleichgekommen sei. Als besonders attraktiv für Privatanleger könne die von Daimler gewählte Mindeststückelung von 1.000 Euro angesehen werden.

GlaxoSmithKline Capital habe die Investoren mit drei Anleihen mit Laufzeiten von drei, neun sowie zwölf Jahren und einer Mindeststückelung von 100.000 Euro erfreut. Insgesamt habe das Pharmaunternehmen aus Großbritannien 2,4 Mrd. Euro platziert und sich bei allen drei Anleihen ein optionales Kündigungsrecht jeweils einen bzw. drei Monate vor Laufzeitende zu je 100% einräumen lassen.

Der 3-jährige Bond (ISIN XS1681518962 / WKN A19NX8) sei am 12.09.2020 fällig und als Zerobond zu 99,958% begeben worden, was einem Spread von +12 Bps über Mid Swap entsprochen habe. Das optionale Kündigungsrecht sei bei diesem Bond auf den 12.08.2020 und somit einen Monat vor Endfälligkeit datiert. Die beiden weiteren Anleihen seien jeweils drei Monate vor Fälligkeit seitens GlaxoSmithKline Capital kündbar. Die zweite Tranche (ISIN XS1681519184 / WKN A19NX9) mit Fälligkeit am 12.09.2026 zahle dem Investor jährlich 1% Zinsen. Der Reoffer habe bei 99,906% (+35 Bps über Mid Swap) gelegen. Die 12-jährige Anleihe (ISIN XS1681520356 / WKN A19NYA), mit einem Kupon in Höhe von 1,375% jährlich, laufe bis zum 12.09.2029. Ausgegeben worden sei das Papier zu 99,474% (+45 Bps über Mid Swap).

Als Dritter im Bunde habe Telefónica Emisiones S.A.U. einen 11-jährigen Bond (ISIN XS1681521081 / WKN A19NYC) mit einem Emissionsvolumen von 1,25 Mrd. Euro aufgelegt. Fällig sei das Papier am 12.01.2028. Der Telekommunikationsdienstleister mit Sitz in Spanien zahle für die Aufnahme des Kredits am Bondmarkt jährlich 1,715% Zinsen an die Investoren. Der Emissionspreis habe sich auf 100,003% belaufen, was ein Spread von +90 Bps über Mid Swap bedeutet habe. Telefónica habe eine Make Whole Option in die Anleihebedingungen aufnehmen lassen und die Mindeststückelung auf 100.000 Euro festgelegt.

Als Letzter im Bunde habe sich Valeo eingereiht und eine Anleihe (ISIN FR0013281888 / WKN A19NX7) mit einem Volumen von 600 Mio. Euro begeben. Der französische Automobilzulieferer habe den Bond mit einem Zins von 0,375% ausgestattet, welcher bis zur Fälligkeit am 12.09.2022 jährlich gezahlt werde. Emittiert worden sei zu 99,941% (+25 Bps über Mid Swap). Die Anleihe sei ebenfalls mit einer Make Whole Option und einer Mindeststückelung von 100.000 Euro ausgestattet. Zusätzlich habe Valeo ein Kündigungsrecht für den 12.06.2022 zu pari festschreiben lassen.

Viermal im Jahr müssten sich die Rentenhändler mit einem neuen Kontrakt auseinander setzen und hierbei den mathematischen Besonderheiten viel Beachtung schenken. So auch in diesem Fall. Am heutigen Donnerstag ende der Handel im alten September-Kontrakt um 12:15 MEZ. Bereits seit Wochenbeginn seien verstärkt die Future-Positionen in den neuen Kontrakt gerollt worden. Die Unterschiede zwischen "Neu" und "Alt" würden sich im Buxl- auf ca. -1,56 BP, beim Bund (ISIN DE0009652644 / WKN 965264)- auf ca. -2,88 BP, beim Bobl auf ca. -1,62 BP und beim Schatz-Future auf ca. -0,10 BP belaufen. In der Vergangenheit habe ein solches Gap oftmals dazu geführt, dass sich der neue Kontrakt aufgemacht habe, den Stand des alten wieder zu erreichen bzw. zu übertreffen.

Doch solche "Bauernregeln" seien nicht immer verlässlich und deshalb sollte man die Chartanalyse zu Rate ziehen. Die erste Unterstützungslinie verlaufe im Dezember-Kontrakt aktuell bei 162,13% und eine weitere bei 161,76%. Nach oben geblickt seien Widerstandslinien bei 162,67% und 163,52% auszumachen. Jedoch seien auch die alten und durchaus bekannten Einflussfaktoren, wie beispielsweise Nordkorea-Konflikt, Außenwert des Euro und nicht zuletzt die Entwicklung an den Aktienmärkten, in den kommenden Wochen die für die Marktentwicklung relevanten Größen. Aktuell notiere das Sorgenbarometer bei 162,28%.

In dieser feiertagsbedingt verkürzten Handelswoche hätten sich US-Investoren mit der Emission von T-Bills im Volumen von 92 Mrd. USD zufrieden geben müssen. Hierbei seien die üblichen Laufzeiten aufgelegt worden und erst in der kommenden Woche stünden auch wieder Laufzeiten von drei, zehn und 30 Jahren auf der Agenda.

In Euroland seien mit Frankreich, Deutschland und Spanien drei in der WM-Qualifikation gut positionierte Länder am Kapitalmarkt aktiv gewesen und durch ein diesbezüglich fast gescheitertes Österreich ergänzt worden. Österreich habe bereits am Dienstag zwei Altemissionen (ISIN AT0000A1VGK0 / WKN A19GCS, 2027; ISIN AT0000A04967 / WKN A0G4X4, 2037) aufgestockt und zur Wochenmitte sei Deutschland gefolgt. Für die fünfjährige Bundesobligation Serie 176 (ISIN DE0001141760 / WKN 114176) seien insgesamt Zeichnungsaufträge über nominal 3,937 Mrd. Euro abgegeben worden und bei einem angestrebten Aufstockungsbetrag von 3 Mrd. Euro seien fast 2,5 Mrd. Euro mit einer Durchschnittsrendite von -0,36% zugeteilt worden. Der Differenzbetrag sei zur Marktpflege zurückbehalten worden.

Am heutigen Donnerstag würden sich mit Frankreich und Spanien noch zwei weitere Staaten zu der Gruppe der Emittenten gesellen. Paris erhoffe sich hierbei Nachfrage nach drei Altemissionen (ISIN FR0013250560 / WKN A19FUW, 2027; ISIN FR0013154044 / WKN A18Z4K, 2036; ISIN FR0010773192 / WKN A1AJL2, 2060) und Spanien bei weiteren vier Bonds (ISIN ES00000128O1 / WKN A19B40, 2022; ISIN ES0000012A89 / WKN A19KVL, 2027; ISIN ES00000128Q6 / WKN A19DZD, 2033 ; ISIN ES00000128S2 / WKN A19G01, 2027). Insgesamt seien mit diesen Maßnahmen in dieser Woche ca. 17 Mrd. Euro refinanziert worden und Rückzahlungen hätten keine angestanden.

Die europäische Gemeinschaftswährung habe ihre jüngste Kursrally nicht weiter fortsetzen können. Nachdem der Euro in der Vorwoche die wichtige Marke bei 1,20 USD habe überwinden können und kurzzeitig gar bei 1,2070 USD gehandelt worden sei, habe er im weiteren Handelsverlauf dieses Niveau nicht mehr halten können.

Seit diesem Zeitpunkt bewege sich die Einheitswährung seitwärts und trete etwas auf der Stelle. Trotz der weiterhin sehr angespannten Nordkorea-Situation und der damit verbundenen geopolitischen Unsicherheit habe sich der Euro in den vergangenen Handelstagen in einer relativ engen Bandbreite zwischen 1,1823 USD und 1,1980 USD bewegt. Doch dies könnte sich wieder sehr schnell ändern, denn am heutigen Donnerstag stehe turnusgemäß das EZB-Ratstreffen an. So würden sich die Marktteilnehmer in Geduld üben und sehr gespannt auf die anschließende Pressekonferenz und die Ausführungen von EZB-Chef Mario Draghi zur künftigen Geldpolitik warten. In der Folge könnte es am Devisenmarkt zu größeren Marktbewegungen kommen, aber noch handle der Euro im Vorfeld der heutigen EZB-Sitzung wenig verändert bei ca. 1,1940 USD.

Die sich zuspitzende Lange zwischen Nordkorea und den USA habe die Anleger in sichere Häfen flüchten lassen. Davon sei insbesondere der Schweizer Franken betroffen gewesen. Im Vergleich zum USD habe der Franken deutlich zulegen können und Ende August mit 0,9429 CHF auf einem 12-Monats-Hoch notiert. Zum Euro sei die Entwicklung des Franken genau entgegengesetzt. So sei der Euro Anfang August bis auf 1,15380 CHF gestiegen und habe damit so hoch wie zuletzt am 15. Januar 2015 notiert, als die schweizerische Notenbank (SNB) die Abkopplung des Franken vom Euro bekannt gegeben habe. Inzwischen notiere die Einheitswährung allerdings wieder etwas schwächer bei 1,1405 CHF.

Auch die vergangene Berichtswoche sei gekennzeichnet gewesen durch zurückhaltende Handelsaktivitäten. Hervorzuheben seien trotzdem Währungsanleihen lautend auf US-Dollar, Norwegische Kronen, Australische Dollar sowie Russische Rubel, bei denen eine gewisse Umsatztätigkeit zu registrieren gewesen sei.

Disclaimer

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (07.09.2017/alc/a/a)





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