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EZB setzt Anleihekäufe unbeirrt fort


14.05.20 10:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Europäische Zentralbank setzt ihr Anleihekaufprogramm (PEPP), das sie im Zuge der Corona-Pandemie aufgelegt hat, unbeirrt fort, so die Analysten der Helaba.

Die von der Zentralbank veröffentlichten Wochendaten würden auf umfangreiche Käufe schießen lassen. Sollten diese so fortgesetzt werden wie Zurzeit, wäre das Volumen von 750 Mrd. EUR bereits im Herbst dieses Jahres erreicht. Dies zeige an den Märkten Wirkung, denn Spekulationen, dass die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Thema PSPP die Handlungsbereitschaft der Zentralbank einschränken könnte, würden nicht aufkommen. Im Gegenteil: Marktteilnehmer würden eine Erhöhung des Kaufvolumens für möglich halten.

Bezüglich des Urteils vom BVerfG, wonach die EZB aufgefordert sei, innerhalb von drei Monaten die Verhältnismäßigkeit der Staatsanleihekäufe darzulegen, da sonst der Bundesbank die Mitwirkung untersagt werden könnte, werde auf eine politische Lösung gehofft. Dazu würden auch die eher beschwichtigenden Worte der EU-Kommission beitragen. Noch sei aber unklar, wie die Forderung erfüllt werden könne. Die Käufe der EZB würden dazu führen, dass die Renditedifferenzen zwischen den Staaten der EWU-Peripherie und Deutschlands nicht zu groß würden. Dies gelinge den Währungshütern. Zwar würden sich die Spreads auf insgesamt erhöhten Niveaus befinden, diese seien aber im historischen Vergleich nicht besonders stark ausgeprägt.

Das datenseitige Interesse gelte heute den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe. Seit Anfang der Krise im März hätten sich mehr als 30 Millionen US-Amerikaner arbeitslos gemeldet. Der Trend zeige nach unten, dennoch falle die wöchentliche Zahl der Anträge außergewöhnlich hoch aus. Bleibe zu hoffen, dass die Rücknahme der Beschränkung dazu führe, dass viele wieder an ihre ursprünglichen Arbeitsplätze zurückkehren könnten. (14.05.2020/alc/a/a)