EZB muss sich nun dem Thema Inflation stellen


12.05.22 10:00
Bankhaus Carl Spängler & Co

Salzburg (www.anleihencheck.de) - Die geopolitische Situation belastet das Wachstum der Weltwirtschaft, so hat auch der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Prognosen nochmals gesenkt, so die Experten vom Bankhaus Carl Spängler & Co.

Dennoch gebe es auch positive Anzeichen, sage Markus Dürnberger, Asset Manager im Bankhaus Spängler: "Die Einkaufsmanager-Indices skizzieren noch immer ein stabiles konjunkturelles Umfeld. Und es gibt auch gute Nachrichten für Anleger: Die Aktienmärkte zeigen sich resistent, insbesondere in den USA konnte am Ende des ersten Quartals ein großer Teil der Unternehmensberichte positiv überraschen."

In seinem aktuellen Kapitalmarktupdate betone Dürnberger, dass sich die Europäische Zentralbank (EZB) nun definitiv dem Thema Inflation stellen müsse. "Es gibt in Europa kaum noch Länder, in denen die Preissteigerung unter 6 Prozent liegt. Auch die Kerninflation - also die Preisentwicklung ohne Lebensmittel- und Energiekosten - liegt mit 3,5 Prozent bereits deutlich über der von der EZB ausgegebenen Zielmarke von zwei Prozent", so der Experte. "Das setzt die Notenbank noch stärker unter Druck, an der Zinsschraube zu drehen."

Der Inflationsanstieg sei auch an den Kapitalmarktrenditen nicht spurlos vorübergegangen, sie würden sich über alle Laufzeiten wieder im Steigen befinden. Dies habe bei europäischen Staatsanleihen wiederum zu Kursrückgängen historischen Ausmaßes geführt. Wie sehe die Situation auf den Aktienmärkten aus? "Seit Jahresbeginn liegen alle Märkte natürlich im Minus, dennoch ist die Lage insgesamt derzeit noch als stabil zu bewerten", meine Dürnberger. "Zu den Underperformern zählt China, wo der Aktienmarkt noch immer mit unsicherer Regulatorik, aber auch mit Konjunktursorgen zu kämpfen hat."

"Einen Blick wert" finde der Asset Manager des Bankhaus Spängler die Entwicklung des Japanischen Yen, der aktuell auf ein 20-Jahres-Tief gefallen sei. Die Bank of Japan halte weiterhin an ihrer extrem lockeren Geldpolitik fest. Der japanische Aktienmarkt im Yen entwickele sich positiv. "Anleger, die sich hier engagieren, sollten aber immer auch eine Währungsabsicherung andenken", warne Dürnberger.

Das Asset Management des Bankhaus Spängler habe Aktien derzeit untergewichtet. Regional liege der Fokus auf den etablierten Märkten, wobei die USA gegenüber Europa übergewichtet würden. Im Anleihenbereich werde auf eine verkürzte Laufzeitenstruktur sowie auf inflationsgeschützte Anleihen gesetzt. Unternehmensanleihen und Hochzinsanleihen würden reduziert beigemischt bleiben. (12.05.2022/alc/a/a)





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