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EZB lässt sich alle Türen offen


06.10.17 10:18
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Das Protokoll der EZB-Ratssitzung vom September generierte keine großen Impulse an den Devisenmärkten, die Währungshüter zeigten sich aber besorgt wegen der starken Aufwertung des Euros im Vorfeld der Sitzung, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Insgesamt sei unterstrichen worden, dass ein sehr erhebliches Ausmaß an geldpolitischer Unterstützung weiterhin notwendig sei, damit sich die Inflation hin zur EZB-Zielmarke ("unter, aber nahe der 2% Jahresrate auf mittlere Sicht") bewege. Die Ratsmitglieder hätten verschiedene Szenarien für die künftige Rekalibrierung des Anleihekaufprogramms diskutiert: Die Vorzüge einer längeren Laufzeit kombiniert mit einer stärkeren Verringerung beim Kauftempo sei mit denen einer kürzeren Laufzeit zusammen mit größeren Monatsvolumina verglichen worden.

Die Analysten würden eine Reduzierung der Anleihekäufe auf ein monatliches Volumen von 40 Mrd. EUR ab dem Jahresbeginn 2018 und dem Ende des QE-Programms ab dem 4. Quartal 2018 erwarten. In die Richtung einer Verringerung der Assetkäufe ab dem Jahresbeginn 2018 habe sich gestern das EZB-Direktoriumsmitglied Ewald Nowotny geäußert. Dieser gehe davon aus, dass mit Beginn des kommenden Jahres eine vorsichtige Geschwindigkeitsreduktion bei den Assetkäufen erfolge, wobei ein abruptes Abbremsen vermieden werden sollte. (06.10.2017/alc/a/a)