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EZB lässt die Marktteilnehmer weiter im Unklaren


08.09.17 11:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die EZB ließ die Marktteilnehmer auch auf ihrer gestrigen Ratssitzung über anstehende geldpolitische Entscheidungen weiter im Unklaren, so die Analysten von Postbank Research.

Draghi habe zwar angedeutet, dass auf der Oktober-Sitzung Entscheidungen zum Fortgang des Anleiheankaufprogramms der Notenbank getroffen werden könnten. Gleichzeitig zeige sich die EZB aber über die jüngste Entwicklung an den Devisenmärkten besorgt und halte sich weiterhin alle Optionen offen. Auch die neuen makroökonomischen Projektionen der EZB würden es den Marktteilnehmern nicht gerade leichter machen, den weiteren geldpolitischen Pfad im Euroraum einzuschätzen.

Auf der einen Seite seien die Inflationsprojektionen infolge der Euro-Aufwertung nochmals leicht abgesenkt worden. Für 2018 und 2019 rechne die EZB nur noch mit einer Inflationsrate von 1,2% bzw. 1,5% im Euroraum, das entspreche einer Reduzierung der Werte um jeweils 0,1%-Punkte im Vergleich zu den Juni-Projektionen. Dafür würden sich die Währungshüter auf der anderen Seite deutlich optimistischer zeigen, was die Konjunkturentwicklung zumindest auf kurze Sicht angehe. Die Projektion für das BIP-Wachstum in der EWU in 2017 sei kräftig von 1,9% auf 2,2% angehoben worden. Für 2018 und 2019 erwarte die EZB unverändert einen Zuwachs von 1,8% bzw. 1,7%.

Das Bruttoinlandsprodukt im Euroraum sei im zweiten Quartal 2017 um 0,6% ggü. Vorquartal sowie 2,3% ggü. Vorjahr gestiegen. Damit sei die erste Schätzung bestätigt worden, wobei Eurostat gestern erstmals auch Detaildaten für das zweite Quartal veröffentlicht habe. Danach hätten vor allem der private Konsum und die Bruttoanlageinvestitionen mit 0,3 bzw. 0,2%-Punkten einen substantiellen Wachstumsbeitrag geleistet. Heute stünden keine maßgeblichen Konjunkturdaten zur Veröffentlichung an. (08.09.2017/alc/a/a)