Erweiterte Funktionen

EZB mit kleinen Schritten


04.05.20 11:00
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Sorgen vor Liquiditätsengpässen am Geldmarkt und damit einhergehenden Einschränkungen der Kreditvergabe durch die europäischen Geschäftsbanken haben die EZB am Donnerstag erneut zum Handeln bewegt, so die Analysten von Postbank Research.

Sie habe nicht nur die Konditionen ihrer längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte (Targeted Longer-Term Refinancing Operations, TLTRO-3) verbessert und stelle Banken, die ihre Kreditvergabe an die Realwirtschaft aufrechterhalten würden, hierüber ab Juni Mittel zu einem Zins von 50 Basispunkten unter dem Einlagensatz - also derzeit zu -1,0 Prozent - zur Verfügung. Zusätzlich schaffe sie eine weitere Krisenfazilität (Pandemic Emergency Longer-Term Refinancing Operations, PELTRO), über die die Geschäftsbanken bereits ab Mai für ein Jahr zusätzliche Mittel zu einem Zinssatz von 25 Basispunkten unter dem Hauptrefinanzierungssatz - also derzeit zu -0,25 Prozent - aufnehmen könnten.

Erwartungsgemäß würden die Währungshüter hingegen derzeit weder mit Blick auf das Asset Purchase Programme (APP), noch hinsichtlich des Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) die Notwendigkeit einer Aufstockung gegeben sehen. Ungeachtet dessen hätten sie aber erneut bekräftigt, alle zur Verfügung stehenden Mittel im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie einzusetzen. Da manche Marktakteure im Vorfeld der Ratssitzung auf eine vorsorgliche Ausweitung der Anleiheankaufprogramme oder zumindest klarere Hinweise hierauf spekuliert hätten, sei die Rendite zehnjähriger italienischer Staatsanleihen im Verlauf der EZB-Pressekonferenz von 1,67 auf 1,81 Prozent geklettert. Der EUR/USD habe moderat nachgegeben. (04.05.2020/alc/a/a)