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Die EZB kauft


04.05.20 09:15
Franklin Templeton

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - David Zahn, Chef für Europäische Anleihen kommentiert die jüngste Entscheidung der EZB.

Die Europäische Zentralbank (EZB) habe sich auf ihrer Pressekonferenz am 30. April "dovish" gegeben, werde also weiterhin eine lockere Geldpolitik an den Tag legen. Während die Zinssätze erwartungsgemäß unverändert geblieben seien, habe die EZB neue Einzelheiten zu TLTRO III und eine neue Reihe von "nicht zielgerichteten längerfristigen Notfall-Refinanzierungsgeschäften" (non-targeted pandemic emergency longer-term refinancing operations (PELTROs)) angekündigt, die eine attraktive Finanzierung für das Bankensystem bieten würden. Diese Finanzierungsgeschäfte sollten europäischen Anleihen am kurzen Ende und neue Kreditvergaben an die Wirtschaft unterstützen.

Die EZB sei bereit, den Umfang des Pandemie-Notkaufprogramms (Pandemic Emergency Purchase Program, PEPP) bei Bedarf zu erhöhen, was darauf hindeute, dass sie weiterhin alles tun werde, was nötig sei, um die Finanzmärkte funktionsfähig zu halten und das Wiederhochfahren der europäischen Wirtschaft zu unterstützen. Insgesamt dürften diese Maßnahmen die europäischen Anleihemärkte, die nach Meinung der Experten von Franklin Templeton immer noch attraktive Chancen bieten würden, unterstützen. Staatsanleihen der europäischen Peripherieländer, Investment-Grade-Anleihen und nachrangige Anleihen (subordinated financial bonds) sollten am meisten von der weiterhin lockeren Politik der EZB profitieren. (Ausgabe vom 30.04.2020) (04.05.2020/alc/a/a)