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EZB mit immer neuen Maßnahmen


13.05.20 09:00
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Das BIP der Eurozone ist im 1. Quartal um 3,8 Prozent zur Vorperiode und damit so stark wie noch nie seit Beginn der Währungsunion eingebrochen, so die Analysten von Postbank Research.

Spanien (-5,2%), Italien (-4,7%) und Frankreich (-5,8%) hätten neue Negativrekorde aufgestellt. PMIs würden zeigen, dass im 2. Quartal noch wesentlich stärkere Rückgänge bevorstünden. 2020 erwarte die Postbank ein BIP-Wachstum von -7,5 Prozent, 2021 eine Erholung um 4,5 Prozent.

Die europäische Politik streite derweil weiter um die Nutzung des Europäischen Stabilitätsmechanismus, einen Wiederaufbaufonds und die Finanzierung dieser Maßnahmen.

Zeit hierfür kaufe ihr die EZB. Im April hätten die Währungshüter die Konditionen für längerfristige Refinanzierungsgeschäfte für Banken verbessert. Diese könnten unter TLTRO-3 ab Juni Mittel zu einem Zinssatz von bis zu -1,0 Prozent aufnehmen. Zusätzlich sei eine Pandemic-Emergency-Fazilität (PELTRO) mit einer Kondition von -0,25 Prozent ab sofort geschaffen worden.

Jedoch erachte die Notenbank weder eine Aufstockung des Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP), noch eine Aktivierung der Outright Monetary Transactions (OMT), die den unbegrenzten Ankauf von Staatsanleihen einzelner Länder erlauben würden, derzeit für notwendig. Dies könnte sich aber bald ändern, würden die PEPP-Mittel doch voraussichtlich nur bis Oktober reichen.

Daher sehe die Postbank für die zehnjährige Bundrendite (-0,50 Prozent; Stand: 12.05.2020) derzeit auf Jahressicht kaum Aufwärtspotenzial. (Ausgabe Zinsbulletin Mai 2020) (13.05.2020/alc/a/a)