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EZB hält sich zurück und schwächt den Euro


19.11.21 16:00
BNP Paribas

Paris (www.anleihencheck.de) - In den vergangenen Wochen bewegte sich der Euro immer stärker in Richtung Parität zum Dollar, so die Analysten der BNP Paribas in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".

Zwar sei es bis zum Gleichgewicht der beiden Währungen noch eine Weile hin, und es gebe auch gute Gründe, dass dieses Equilibrium nicht erreicht werde, doch spreche aktuell vieles für den Dollar. In den USA seien die Verbraucherpreise im Oktober zum Vorjahresmonat um 6,2 Prozent gestiegen. Eine derartige Teuerung habe es in den vergangenen 30 Jahren nicht gegeben. Auch in Europa würden die Preise steigen. Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, habe zuletzt geäußert, dass die Inflation länger anhalten könnte als gedacht. Da Lagarde selbst die oberste Inflationsbekämpferin sei, könnten diese Worte als Bekenntnis gewertet werden, die Teuerung noch ein wenig gewähren zu lassen. Die geldpolitischen Stimuli würden dann unverändert weiterlaufen und die Inflation weiter nähren.

Zwar fahre auch die US-Notenbank FED einen weiterhin expansiven Kurs, doch habe sie zumindest schon mal - wenngleich sehr behutsam - die geldpolitische Wende eingeläutet. Statt monatlich 120 Milliarden Dollar werde sie für den Kauf von Wertpapieren künftig "nur" noch 105 Milliarden Dollar pro Monat in die Hand nehmen. Zudem erwarte der Markt, dass die FED deutlich früher den Leitzins anheben werde als die EZB. Das stütze den Dollar und schwächt den Euro. (19.11.2021/alc/a/a)