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EZB gab deutliches Signal, neue geldpolitische Maßnahmen beschließen zu wollen


06.11.20 10:58
DekaBank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Auf ihrer Pressekonferenz Ende Oktober gab die EZB ein deutliches Signal, bei ihrer nächsten Ratssitzung am 10. Dezember neue geldpolitische Maßnahmen beschließen zu wollen, so die Analysten der DekaBank.

Die Analysten würden sowohl mit einer Aufstockung und Verlängerung des Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) als auch mit neuen langfristigen Refinanzierungsgeschäften (TLTROs) rechnen. Mit beidem dürfte die EZB nicht in erster Linie beabsichtigen, den geldpolitischen Stimulus weiter zu verstärken, sondern ihn für noch längere Zeit aufrechtzuerhalten. Hintergrund hierfür sei, dass die Corona-Pandemie das Wirtschaftswachstum und die Inflation länger belasten werde als bislang angenommen.

Der Rückgang der EURIBOR-Sätze im Vergleich zu den EONIA-Sätzen in den vergangenen Wochen spiegele neben der hohen Überschussliquidität auch die steigende Bedeutung von Nichtbanken am Geldmarkt wider. Insofern sollte dieses Gefüge der beiden Zinssätze bestehen bleiben. Deutliches Abwärtspotenzial würden beide Geldmarktsätze nur bei einer erneuten Senkung des Einlagensatzes besitzen, von der die Analysten aber nicht ausgehen würden.

Die Analysten der DekaBank prognostizieren einen langsameren Anstieg der EURIBOR-Sätze. (06.11.2020/alc/a/a)