Erweiterte Funktionen

EZB fährt ihre Anleihekäufe nochmals stark hoch


13.05.20 08:30
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - In den USA haben fallende Preise den deflationären Druck der Pandemie unterstrichen, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Das Preisniveau (CPI) sei aufgrund der gefallenen Benzinpreise (-10%) und Dienstleistungspreise wie etwa Flugtickets (-12,6%) um 0,8% im Vergleich zum März gesunken. Die weniger volatile Kernrate habe zum zweiten Mal in Folge einen monatlichen Rückgang, nun von 0,4%, im April verzeichnet. Das sei der niedrigste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen in Jahr 1957. Des Weiteren hätten die Budgetzahlen für April das mit Abstand höchste Defizit aller Zeiten in den USA (USD 738 Mrd.) gezeigt, welches in Summe seit Beginn des Fiskaljahres im Oktober nun bereits dreimal so hoch liege wie im Vorjahr. 10-jährige US-Renditen seien im Tagesverlauf leicht auf 0,66% gesunken.

In der Eurozone habe die EZB in der vorigen Woche ihre Anleihekäufe nochmals stark hochgefahren. Mit einem Volumen von EUR 44 Mrd. seien so viele Wertpapiere wie noch nie in einer Woche gekauft worden, 34 davon seien im Rahmen des im März neu eingeführten PEPP-Programms erworben worden. Die erhöhten Käufe hätten die durch das Urteil des deutschen Gerichtshofs etwas verunsicherten Märkte beruhigt. Seit Anfang der Woche würden sich sowohl die deutsche 10-jährige Rendite (-0,51%) als auch die Risikoprämien in der Eurozone seitwärts bewegen.

Heute hätten sich Italien und Portugal mit mittel- und langfristigen Anleihen angekündigt. Deutschland stocke eine 30-jährige mit einem Volumen von EUR 1 Mrd. und einem Kupon von 1,25% auf. Für morgen stehe die Veröffentlichung der Industrieproduktion der Eurozone auf dem Kalender. Die Analysten der Raiffeisen Bank International AG würden hier einen Rückgang von 12,3% im Vergleich zum Vormonat erwarten. (13.05.2020/alc/a/a)