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EZB erwägt Änderungen beim umstrittenen Plan für künftige Problemkredite


10.11.17 09:00
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Bei der heute in Brasilien zur Veröffentlichung anstehenden Inflation IPCA für Oktober zeichnet sich nach 2,5% im Vormonat mit von uns erwarteten 2,6% eine zunehmende Bodenbildung ab, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Das Unterschreiten des 4,5%-Ziels der Zentralbank und stabile Inflationserwartungen würden der Notenbank den Spielraum geben, ihre lockere Geldpolitik fortzusetzen. Die Analysten würden weitere Zinssenkungen auf 7,25% bis Ende 2017 und 7,00% per Ende kommenden Jahres erwarten. Voraussichtlich würden erneut fallende Renditen die hochverzinslichen Staatsanleihen des Landes für Anleger auch weiterhin attraktiv machen.

Die städtischen Verbraucherpreise in Ägypten seien im Oktober mit 30,8% nach 31,6% in der Jahresrechnung weniger schnell gestiegen. Im direkten Monatsvergleich würden die Preissteigerungen indes bei rund einem Prozent bleiben. Die Analysten würden in Reaktion auf die Daten nur mit marginal höheren Renditen im Wochenvergleich rechnen. Geldpolitische Lockerungen würden die Analysten frühestens ab dem 1. Quartal des kommenden Jahres erwarten (Leitzins Ende 2018 = 15,5%).

Bei nachgebenden Exporten und Importen im Monatsvergleich sei der Handelsbilanzüberschuss im September in Deutschland auf saisonbereinigt 21,8 Mrd. EUR geklettert (August: 21,3 Mrd. EUR). Im 3. Quartal 2017 habe daher im Monatsdurchschnitt der Überschuss im Vergleich zum 2. Quartal gesteigert werden können. Dies nähre die Hoffnung, dass vom Nettoexport im Zeitraum von Juli bis September keine retardierenden Wachstumseffekte auf das BIP ausgegangen seien.

Gemäß dem Arbeitskreis Steuerschätzungen könnten Bund, Länder und Gemeinden auch in den kommenden Jahren mit höheren Steuereinnahmen rechnen. Für den Bund würden sich für die nächsten vier Jahre rund 15 Mrd. EUR zusätzliche Steuereinnahmen ergeben, verglichen mit der Mai-Schätzung. Zusammen mit den bereits vorhandenen Spielräumen in der Finanzplanung von ebenfalls rund 15 Mrd. EUR bedeute dies für die neue Legislaturperiode einen finanzpolitischen Rahmen von rund 30 Mrd. EUR, den man nutzen könne, ohne ungebührliche haushalterische Risiken einzugehen, so der geschäftsführende Bundesfinanzminister Peter Altmeier.

Die Europäische Zentralbank erwäge laut der obersten EZB-Bankenaufseherin, Danile Nouy, Änderungen beim umstrittenen Plan für künftige Problemkredite. Demnach könnten die verschärften neuen Regeln auch erst nach dem 1. Januar 2018 in Kraft treten. Kritik am EZB-Vorstoß zum Abbau von Problemkrediten komme vor allem vom EU-Parlament und aus Italien. (10.11.2017/alc/a/a)