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EZB dürfte ihre Zinssätze auf dem Rekordtief halten


09.06.21 15:00
La Française AM

Frankfurt am Main (www.anleihencheck.de) - Am 10. Juni findet die vierteljährliche geldpolitische Sitzung statt, so François Rimeu, Senior Strategist bei La Française Asset Management.

Die Experten würden erwarten,

- dass die EZB ihre Zinssätze auf dem Rekordtief halte.

- keine wesentliche Änderung des Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) sowie keinen Hinweis darauf, dass das Programm vor März 2022 zurückgefahren werde. Was die Wortwahl angehe, könnte sich die EZB nach Meinung der Experten zu "höheren" PEPP-Käufen im dritten Quartal verpflichten und gleichzeitig ihre Flexibilität während der Sommermonate betonen. Was die Formulierung angehe, würden die Experten denken, dass die EZB sich zu "höheren" PEPP-Käufen im dritten Quartal verpflichten könnte und gleichzeitig die Flexibilität während der Sommermonate betone. Die bisherige Formulierung habe "deutlich höher" gelautet, was auf eine leichte Verlangsamung in Q3 gegenüber Q2 hinauslaufe.

- dass die Bekanntgabe über ein mögliches Ende des PEPP auf September verschoben werde.

- dass sich der Inflations- und Wachstumsausblick wesentlich ändern werde. Grund hierfür seien die Wiedereröffnung der Wirtschaft, die Einführung von Impfungen und höhere Rohstoffpreise.

a) Hinsichtlich der Inflation habe die EZB zuvor geschätzt, dass die Inflation im letzten Quartal 2021 mit 2 Prozent ihren Höhepunkt erreichen würde. Die Experten würden davon ausgehen, dass diese Zahl nach oben korrigiert werde, auf etwa 2,8 Prozent. Die Experten würden erwarten, dass Christine Lagarde betonen werde, dass der Inflationsdruck sich als vorübergehend erweisen werde.

b) Auf der Wachstumsseite könnten die Veränderungen weniger ausgeprägt sein. Die Experten würden davon ausgehen, dass die EZB weitere Anzeichen für eine tatsächliche Wachstumsbeschleunigung abwarten werde, bevor sie ihr Wachstumsziel von 4 Prozent für 2021 nach oben korrigiere. Nichtsdestotrotz würden die Experten erwarten, dass die EZB für 2021 ein Wachstum von 4,2 Prozent prognostiziere.

- auch, dass Christine Lagarde über das Klimarisiko sprechen werde und darüber, wie gefährlich es für Zentralbanken wäre, dieses Risiko zu ignorieren.

- dass Christine Lagarde die Mitteilung von Isabel Schnabel bezüglich steigender Renditen aufgreifen könnte: "Steigende Renditen sind eine Folge davon, dass die Investoren optimistischer werden, und genau das wollen wir sehen."

Die Experten würden denken, dass die EZB die schwierige Entscheidung auf September verschieben und sich alle Optionen offenhalten werde. Die Sitzung am Donnerstag dürfte ein Non-Event sein. (09.06.2021/alc/a/a)