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EZB bleibt geldpolitisch expansiv


12.02.21 09:30
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Nachdem das BIP in der Eurozone im dritten Quartal noch um 12,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal angestiegen war, schrumpfte es im vierten Quartal um 0,7 Prozent, bzw. im Vergleich zum Vorjahresmonat 5,1 Prozent, so die Analysten von Postbank Research.

Die zahlreichen Lockdown-Maßnahmen würden einen weiteren BIP-Rückgang im laufenden Quartal nahezu unausweichlich erscheinen lassen.

Mit der zunehmenden Verbreitung von Covid-19-Impfstoffen sollte sich der unterbrochene Erholungsprozess aber spätestens im zweiten Quartal 2021 fortsetzen. Der Dienstleistungssektor leide zwar weiterhin stark unter den Beschränkungen. Dessen Einkaufsmanagerindex (PMI) notiere mit 45,4 Punkten jedoch deutlich über dem Niveau des Frühjahrs-Lockdowns, während der PMI für das Verarbeitende Gewerbe mit robusten 54,8 Punkte auf einen weiteren Aufschwung hindeute.

Die EZB habe auf ihrer Dezember-Sitzung ihre Anleiheankaufprogramme vorzeitig verlängert. Die Inflation sei im Januar in einer ersten Schätzung um 0,9 bzw. 1,4 Prozent in der Kernrate gestiegen. Da die Inflationsrate im Frühjahr aufgrund von Basiseffekten weiter ansteigen dürfte, sollte die EZB ihren Fokus nun auf die Finanzierungsbedingungen und Kreditvergabe richten können.

Die Anleihekäufe der EZB würden einen starken Anstieg der Kapitalmarktzinsen verhindern. Gleichwohl könnte die Rendite zehnjähriger Bunds von aktuell -0,44 Prozent (Stand: 09.02.2021) auf -0,15 Prozent in sechs Monaten zulegen, falls die Pandemie eindämmt werden könne. (Zinsbulletin Februar 2021) (12.02.2021/alc/a/a)