Erweiterte Funktionen

EZB bleibt in Sachen Inflation entspannt


08.10.21 11:00
FONDS professionell

Wien (www.anleihencheck.de) - "Die Inflation dürfte weitgehend binnen eines Jahres wieder unter zwei Prozent fallen", so optimistisch gab sich der französische Notenbankchef François Villeroy de Galhau am 7. Oktober auf einer Onlinekonferenz, so die Experten von "FONDS professionell".

Mehrere Mitglieder des EZB-Rats hätten sich zum Thema Inflation zu Wort gemeldet. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) berichte, sei das Szenario einer baldigen Entspannung mit Blick auf die Inflation nicht unbedingt Common Sense. "Es wäre voreilig zu behaupten, dass die derzeitige Preisdynamik nächstes Jahr völlig abklingen wird", habe sich beispielsweise EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel geäußert.

Trotz einer insgesamt entspannten Perspektive: Ganz einig sei sich der EZB-Rat aktuell nicht, was die Einschätzungen zur Dauer der Inflation betreffe. Die EZB sei bislang davon ausgegangen, dass der diesjährige Inflationsschub nur vorübergehend sei und die mittelfristigen Prognosen immer noch weit unter dem Zwei-Prozent-Ziel liegen würden. Laut Protokoll der vergangenen Sitzung sei das nun offenbar in Zweifel gezogen worden. Die "FAZ" berichte, dass sowohl die Gesamt- als auch die Kerninflation im Vergleich zu den jüngsten EZB-Projektionen nach oben überrascht hätten.

Zudem gebe es unterschiedliche Auffassungen darüber, wie Anleihekaufprogramme künftig gehändelt werden sollten, wie die "FAZ" schreibe. EZB-Präsidentin Christine Lagarde habe eine Entscheidung dazu aufgeschoben. Bei der Nachjustierung des Corona-Notprogramms hätten die Währungshüter die Markterwartung eines Endes dieser Wertpapierkäufe im Frühjahr mit ins Kalkül einbezogen, berichte die Zeitung nun auf Grundlage der jüngst veröffentlichten Protokolle der September-Sitzung des EZB-Rates. (08.10.2021/alc/a/a)