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EZB bestätigt Kurswende


14.09.18 12:30
Börse Stuttgart

Stuttgart (www.anleihencheck.de) - Diese Woche stand im Zeichen der Notenbanken, so die Börse Stuttgart.

Am Mittwoch habe die Federal Reserve ihren Konjunkturbericht "Beige Book" veröffentlicht, am Donnerstag hätten die Europäische sowie die Türkische Zentralbank getagt.

In Anbetracht der Währungskrise der Türkei sei die Sitzung der türkischen Notenbank mit Spannung erwartet worden. Denn Präsident Erdogan habe sie im Vorfeld dazu aufgefordert, die Zinsen niedrig zu halten. Ohne Erfolg: Aufgrund der hohen Inflation von 17,9 Prozent habe die türkische Notenbank beschlossen, die Zinsen von 17,75 auf 24 Prozent anzuheben, und sich damit dem Einfluss des Präsidenten widersetzt. Sie habe auch angekündigt, dass sie den strafferen geldpolitischen Kurs durchziehen werde, bis es Verbesserungen bei der Inflation gebe. Falls nötig würden weitere Zinserhöhungen folgen. Die Türkische Lira habe von der Entscheidung profitieren können und habe sofort deutlich aufgewertet: Der Dollar sei um mehr als 5 Prozent auf knapp 6 Lira gefallen - noch kurz vor der Entscheidung habe er bei 6,45 Lira gestanden.

Ebenfalls gespannt habe der Markt auf die Bekanntgabe des EZB-Sitzungsergebnisses geblickt. Die Währungshüter würden darin die allmähliche Kurswende in der Geldpolitik bestätigen: Die EZB drossele das Tempo ihrer umstrittenen Anleihekäufe und halbiere diese von Oktober bis Ende Dezember auf 15 Milliarden Euro pro Monat. Zugleich zementiere das Sitzungsergebnis jedoch das Andauern der Niedrigzinsen: Der Leitzins bleibe unverändert bei null Prozent, der Einlagezinssatz für Banken bei minus 0,4 Prozent - und zwar voraussichtlich bis einschließlich Sommer 2019. Die EZB strebe mittelfristig Preisstabilität bei einer Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an. Nachdem das Inflationsziel jahrelang verfehlt worden sei, werde es seit diesem Frühjahr wieder erreicht. (Ausgabe 36 vom 14.09.2018) (14.09.2018/alc/a/a)