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EZB ändert Regelwerk zur Notenbankfähigkeit


12.01.18 10:45
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Im Dezember wurde von der EZB der nächste Schritt auf dem Weg zur Harmonisierung der Haftungskaskaden initiiert, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Im Speziellen habe die EZB Neuerungen beim Thema der Notenbankfähigkeit von ungedeckten Bankschuldverschreibungen (Senior Unsecured Bonds) aus der Eurozone angekündigt. Bisher zugelassene vorrangige ungedeckte Bankschuldverschreibungen, die die neuen Kriterien nicht erfüllen würden, würden das Feature der Notenbankfähigkeit mit 31. Dezember 2018 verlieren. Somit würden Senior Unsecured-Anleihen, die gesetzlich, vertraglich oder strukturell subordiniert seien, ihre Notenbankfähigkeit einbüßen. Die bisherigen Emissionen der neuen Anleiheklasse Senior Non-Preferred seien von Beginn an nicht mit diesem Feature ausgestattet gewesen. Gesetzlich subordinierte Senior Unsecured-Anleihen deutscher Kreditinstitute hätten bisher ihre Notenbankfähigkeit per Ausnahmegenehmigung der EZB behalten. Letztere ende nun mit 31. Dezember 2018 und somit mit einer relativ kurzen Übergangsphase.

Vor allem interessant könnte diese Änderung für die deutschen Sparkassen und Genossenschaftsbanken sein, die Papiere ihrer Verbundinstitute mit 0% risikogewichteter Aktiva hinterlegen könnten. Ohne die Notenbankfähigkeit könnte dies zumindest in Punkto Liquiditätsvorsorge für diese Institute Fragen aufwerfen. Ausstehende Senior Preferred-Anleihen würden weiterhin notenbankfähig bleiben. (Ausgabe vom 11.01.2018) (12.01.2018/alc/a/a)