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EZB-Zinssitzung mit sinkenden deutschen Staatsanleiherenditen quittiert


09.06.17 12:15
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Bei den gestern abgehaltenen Parlamentswahlen in Großbritannien haben die Konservativen von Premierministerin May gemäß bisheriger Auszählungen überraschend die Parlamentsmehrheit verloren, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

So könnten die Tories nur mit etwa 313 der 650 Sitze rechnen, gefolgt von der Labour Partei. Die Wahlen dürften somit keine klaren Mehrheitsverhältnisse hervorgebracht haben, was die Unsicherheit hinsichtlich der in wenigen Tagen beginnenden Brexit-Verhandlungen deutlich erhöhe. May's Plan, durch vorgezogene Neuwahlen die Parlamentsmehrheit auszubauen, sei somit nach hinten losgegangen. Bereits gestern Abend habe das GBP deutlich gegenüber dem EUR an Wert verloren.

Die gestrige EZB-Zinssitzung sei von den Märkten mit sinkenden deutschen Staatsanleiherenditen und einem etwas schwächeren Euro quittiert worden. Zwar hätten die Währungshüter erwartungsgemäß die Risiken für den Konjunkturausblick nun als ausgeglichen beschrieben und den "easing bias" aus ihrer Wortwahl gestrichen. Auf der anderen Seite sei die Inflationsprognose (besonders für 2018) nach unten revidiert und einmal mehr auf das Fehlen eines Anziehens des allgemeinen Preisauftriebs verwiesen worden. Hinweise auf einen "Ausstiegsfahrplan" für das kommende Jahr seien hingegen nicht gegeben worden.

Auf dem Primärmarkt habe Irland gestern Anleihen mit Fälligkeit 2026 (EUR 0,7 Mrd.; Emissionsrendite: 0,72%) und 2045 (EUR 0,3 Mrd.; 1,915%) emittiert. Für heute habe sich Frankreich mit Geldmarkpapieren angekündigt. (09.06.2017/alc/a/a)