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EZB-Zinssitzung im Rückspiegel


05.05.20 11:30
Oberbank

Linz (www.anleihencheck.de) - Um das Funktionieren des Euro-Geldmarktes zu gewährleisten und Liquiditätsengpässe zu vermeiden, hat die EZB (Europäische Zentralbank) auf ihrer Zinssitzung letzten Donnerstag neue Refinanzierungsgeschäfte vorgestellt, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

Die längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte (TLTRO) könnten nun von Geschäftsbanken im Juni zu -0,50% für zwölf Monate in Anspruch genommen werden. Bei einer entsprechenden anrechenbaren Nettokreditvergabe könne Geld auch zu -1,00% für zwölf Monate geliehen werden. Ebenso könne das Pandemie-Notfallrefinanzierungsprogramm (PELTRO) für 14 Monate ab Mai 2020 zu einem Zinssatz von -0,25% bis November 7 Mal genutzt werden.

Die Programme dürften besonders Banken in Südeuropa über Liquiditätsengpässe hinweghelfen, die unter den höheren 3 Monats-Euriborsätzen leiden würden. Die geldpolitische Lockerung werde von den Anleiheankaufprogrammen APP und PEPP flankiert, die es der EZB ermöglichen würden die Refinanzierungskosten von Staaten niedrig zu halten. Der Leitzinssatz von 0,00% und der Einlagezinssatz von - 0,50% seien unverändert geblieben. (05.05.2020/alc/a/a)