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EZB-Zinssitzung: Maßnahmenmix und Kommunikation unverändert


11.09.20 10:30
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Die EZB beließ auf ihrer gestrigen Zinssitzung den Maßnahmenmix sowie die Kommunikation unverändert, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Die neuen Wirtschaftsprognosen der Notenbank hätten vor allem eine Aufwärtsrevision der BIP Schätzung für 2020 und der Inflationsprognose für 2021 gebracht. Auf der Pressekonferenz habe EZB-Präsidentin Lagarde etwas zuversichtlicher bezüglich des Wirtschaftsausblicks als noch im Juli gewirkt. Zudem sei der jüngsten Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar auffallend viel Raum gegeben worden. Allerdings habe sich Lagarde auf übliche Floskeln beschränkt. Auf dem aktuellen Wechselkursniveau sehe die Notenbank offensichtlich keine Notwendigkeit für geldpolitischen Aktionismus.

Heute seien vor allem die Inflationsdaten aus den USA von Interesse. Nach zwei Monaten mit relativ hohen Zuwachsraten von 0,6% p.m. sei im August von geringerem Preisauftrieb auszugehen. Dennoch sollte die Inflationsrate im Jahresvergleich über 1% p.a. zulegen. Die Teuerung ex Energie (Kerninflation), welche im Juli einen deutlichen Sprung von 1,2% auf 1,6% p.a. verzeichnet habe, werde dagegen konstant erwartet (Abwärtspotenzial).

Am Rating-Kalender seien heute einige kleine Euro-Länder vermerkt: Österreich (AA+(s)), Luxemburg (AAA(s)) und Malta (A-(s)) bei S&P, Slowakei (A2(s)) bei Moody’s.

Am Primärmarkt habe gestern Italien Anleihen mit Laufzeit 08/2023 und 9/2027 bei einem bid/cover von rund 1,5 zu einer durchschnittlichen Rendite von 0,07% und 0,75% auktioniert. Das Gesamtvolumen habe EUR 3,25 Mrd. betragen. Irland habe via Anleihen mit Fälligkeit 3/2031 und 5/2050 in Summe rund EUR 1,25 Mrd. aufgenommen. Die Emissionen seien bei 1,8- und 1,9-facher Überzeichnung zu einer durchschnittlichen Rendite von -0,098% und 0,52% zugeteilt worden. (11.09.2020/alc/a/a)