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EZB-Zinssitzung: Keine Änderungen oder neue Beschlüsse erwartet


16.07.20 08:30
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Die Konjunkturdaten der letzten 24 Stunden konnten zumeist positiv überraschen, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

So habe der Anstieg des chinesischen BIP in Q2 mit 3,2% p.a. die Konsenserwartung übertroffen. Auch in den USA hätten sowohl der Empire State Index (Juli: Indexstand von 17,2) als auch die Industrieproduktion (Juni: +7,2% p.m.) stärkere Zuwächse als erwartet verzeichnet. Noch im Mai habe die Industrieproduktion mit einem vergleichsweise geringen Anstieg die Erwartungen enttäuscht.
Andersherum dürfte es sich bei den heutigen US-Einzelhandelsumsätzen verhalten. Nach einem deutlichen Anstieg im Mai werde für den Monat Juni ein moderaterer Zuwachs unterstellt. Nach dem gestrigen Empire State Index folge heute mit dem Philly Fed Index ein weiterer regionaler Stimmungsindikator, der Aufschluss darüber gebe, ob sich das positive Momentum auch im Juli fortsetzten werde.

In der Eurozone richte sich das heutige Augenmerk auf die EZB-Zinssitzung. Gleichwohl seien keine Änderungen bzw. neuen Beschlüsse zu erwarten, hätten die Währungshüter doch erst im Vormonat das PEPP-Volumen um 600 Mrd. angehoben. Einerseits hätten die jüngsten Wirtschaftsdaten (Mai-Industrieproduktion & Einzelhandel) einen deutlichen (gleichwohl erwartbaren) Rebound verzeichnet, somit bestehe kein Handlungsdruck. Und andererseits sehe die EZB nun zunächst die europäische Fiskalpolitik am Zug, deren (umfassende) Antwort auf die Corona-Rezession noch ausstehe. Daher sei wohl anders als sonst üblich das morgen beginnende EU-Gipfeltreffen (Ziel: Einigung auf Wiederaufbaufonds) das gewichtigere der beiden "Events". (16.07.2020/alc/a/a)