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EZB-Wirtschaftsbericht und US-Erzeugerpreise stehen an


09.08.18 09:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In der Eurozone stehen heute keine relevanten Daten zur Veröffentlichung an, so die Analysten der Helaba.

Einzig die Europäische Zentralbank gebe ihren Wirtschaftsbericht (Economic Bulletin) heraus. Dabei dürfte das Interesse der Einschätzung der preislichen Perspektiven gelten, denn diese seien vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen entscheidend für die geldpolitische Ausrichtung der EZB. Bisher sei der Preisdruck in der Kernteuerung moderat. Der Anstieg der Gesamtinflationsrate über die Zielgröße von unter aber nahe 2,0% dürfte die Notenbanker daher nicht unter Druck bringen.

Im Juni habe der EZB-Rat bereits die Aussichten bis zum Sommer 2019 geklärt und angesichts der verhaltenen monetären Dynamik (Geld- und Kreditmengen) werde sich daran auch auf absehbare Zeit nichts ändern. Allerdings müsse konstatiert werden, dass die Lohnentwicklungen zuletzt etwas dynamischer ausgefallen seien und die Inflationserwartungen tendenziell steigen sollten.

Die preislichen Entwicklungen stünden zum Ende der Woche auch in den USA im Fokus. Heute würden die Erzeugerpreise wichtige Hinweise auf die Inflation im Monat Juli liefern. Die Verbraucherpreise stünden morgen im Kalender. Auf der Produzentenebene würden moderate Anstiege im Monatsvergleich und unveränderte Jahresteuerungsraten erwartet. Das Bild sei ambivalent. Während die Ölnotierungen noch für erhöhte Energiepreise sorgen dürften, scheine der Preisdruck bei Nahrungsmitteln nachzulassen.

Auch sei die Kernimportpreisdynamik zuletzt schwächer als die Erzeugerpreisanstiege jenseits der Energie- und Nahrungsmittelpreise gewesen. Per saldo würden die Analysten nicht davon ausgehen, dass die Inflations- und Zinserwartungen in den USA heute einen deutlichen Impuls erhalten würden. Mittelfristig würden die Analysten gleichwohl das Risiko einer Anpassung der Erwartungen auf der Oberseite sehen. (09.08.2018/alc/a/a)