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EZB: Viel Wind um Nichts?


08.06.17 08:30
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Bitte Anschnallen, heute kommt Schwung in die Woche! Das liegt unter anderem an der anstehenden Zinsentscheidung der EZB, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Gleich mehrere Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses hätten im Vorfeld das Treffen im Juni als ideale Möglichkeit ins Spiel gebracht, um den angemessenen geldpolitischen Pfad in der Eurozone neu zu bewerten, nachdem sich die politischen Risiken in der Eurozone zuletzt reduziert und sich die konjunkturellen Daten verfestigt hätten. Letzteres dürfte allerdings nicht zu einer Aufwärtsanpassung der ebenfalls heute zur Veröffentlichung anstehenden neuen Wachstumsprojektionen der EZB-Experten geführt haben. Immerhin dürften die Währungshüter die Wachstumsrisiken aber nicht länger auf der Unterseite sehen, sondern vielmehr als "ausgewogen" erachten.

Die jüngste Aufwertung des Euro und der seit März erfolgte Rückgang der Ölpreise würden dagegen wohl eine Senkung der Inflationsprognosen durch die EZB-Volkswirte zur Folge haben. Vor diesem Hintergrund sollten die Währungshüter ihre Füße stillhalten und den Leitzins sowie die "forward guidance" unverändert belassen. Wenn hier eine Anpassung erfolge, sei es am wahrscheinlichsten, dass der Passus "die EZB-Leitzinsen für längere Zeit und weit über den Zeithorizont des Nettoerwerbs von Vermögenswerten hinaus auf dem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau" lassen zu wollen, angepasst werde. EZB-Präsident Mario Draghi dürfte in diesem Zusammenhang in der Pressekonferenz zur Zinsentscheidung betonen, dass man geldpolitische Exit-Strategien diskutiert habe, diese aber im Umsetzungsfall graduell und abhängig von der konjunkturellen Datenlage gestalten werde. (08.06.2017/alc/a/a)