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EZB: Viel Rauch um nichts?


13.04.18 13:30
Börse Stuttgart

Stuttgart (www.anleihencheck.de) - Österreichs Notenbankchef Ewald Nowotny hat sich diese Woche bei der Europäischen Zentralbank (EZB) keine Freunde gemacht, so die Börse Stuttgart.

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters habe er gesagt, die EZB sollte nicht zu lange mit der Normalisierung ihrer Geldpolitik warten. Nowotny, der in seiner Eigenschaft als Währungshüter des Alpenlandes im Entscheidungsgremium der EZB sitze, habe zudem mit seinen Äußerungen zur Zukunft der Anleihekäufe und möglichen Zinsschritten an den Märkten für großes Aufsehen gesorgt. Er habe im Interview gesagt, die EZB werde wohl ihr billionenschweres Anleihen-Kaufprogramm bis zum Jahresende auslaufen lassen. Dies werde den Weg für die erste Zinserhöhung seit 2011 bereiten.

Die Statements hätten dann die EZB klarzustellen veranlasst: Die Äußerungen hätten ausdrücklich nicht die Sicht des EZB-Rats repräsentiert. An den Märkten habe der Euro daraufhin die Gegenrichtung eingeschlagen. Die europäische Gemeinschaftswährung habe seinen Kursanstieg abgebrochen und Gewinne, die er zuvor gegenüber dem US-Dollar erzielte habe, wieder abgegeben. Und die Moral von der Geschichte? Wo es qualme, da brenne es. Zumindest komme bei der EZB wieder Bewegung in die Debatte, wann die Zinswende in der Eurozone eingeläutet werde. Vielleicht sei am 26. April mehr zu erfahren. Dann tage der EZB-Rat offiziell.

Die Währungsschwankungen hierzulande seien aber noch harmlos im Vergleich zu Russland. Die jüngsten US-Sanktionen hätten den Rubel auf Talfahrt geschickt. Innerhalb von drei Tagen habe die russische Landeswährung zehn Prozent ihres Wertes gegenüber Euro und Dollar verloren. Vor einer Woche habe die amerikanische Regierung eine Liste mit den Namen von 24 Wirtschaftsbossen und 14 Unternehmen aus Russland veröffentlicht, mit denen keine Geschäfte mehr gemacht werden dürften. (13.04.2018/alc/a/a)