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EZB-Sitzung und US-Preisdaten sind die einzigen größeren Events im Wochenverlauf


08.09.20 09:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Nach der Woche mit den Highlights aus den USA (ISM PMIs und Arbeitsmarktbericht) bieten die kommenden Tage nicht allzu viel Spektakuläres im Datenkalender, so die Analysten der Nord LB.

Einzig die amerikanischen Preisdaten ab Donnerstag seien traditionell durchaus von Relevanz für die Marktteilnehmer. Am aktuellen Rand müsse hierbei aber schon angemerkt werden, dass die Preisdaten wohl kaum für nachhaltige Impulse auf den Finanzmärkten sorgen würden. Erstens sollten sie sich nach den größeren Ausschlägen im April (nach unten) und im Juni und Juli (nach oben) wieder in dem Normbereich bei Anstiegen von 0,1% bis 0,3% M/M eingependelt haben. Zweitens würden damit auch die Jahresraten im August kaum von den letzten im Juli abweichen. Und drittens habe die Federal Reserve mit ihrer auf der Konferenz von Jackson Hole angekündigten Anpassung hin zu einem "flexiblen durchschnittlichen Inflationsziel" den Preisdaten - zumindest wenn es nach oben gehe - auch perspektivisch die Bedeutung genommen.

Insofern werde auf die Produzentenpreise am Donnerstag und die Konsumentenpreise am Freitag geachtet, aber richtig neue Tendenzen dürften nicht erkennbar werden. Das zweite - und damit vielleicht größere Highlight der Woche -sei die am Donnerstag anstehende EZB-Sitzung. Zwar würden hierbei die Leitzinsen unangetastet bleiben, dennoch könnten in der Pressekonferenz durchaus Neuerungen angekündigt werden, wie die Notenbank auf die anhaltende Verunsicherung im gemeinsamen Währungsraum reagieren möchte. Die Federal Reserve habe schließlich auch eine Anpassung aus dem Hut gezaubert! Ob die dies allerdings die Rentenmärkte nachhaltig beeinträchtigen werde, sei unwahrscheinlich. Mit einem niedrig festgezurrten kurzen Ende dürften auch die langen Laufzeitenbereiche kaum großartig in die eine oder andere Richtung ausbrechen (dafür würden auch die Notenbanken sorgen).

Die Ausbreitung des Coronavirus und die Nachrichtenlage dazu würden aber im Fokus bleiben. Erst auf Sicht von sechs und zwölf Monaten würden die Analysten ein leichtes Anziehen der Renditen sehen, wenn sich die Lage zunehmend stabilisiere. Zwischendurch könne zudem jederzeit Druck auf die Rentenkurse aufkommen, wenn Anleger beginnen würden, sich Sorgen zu machen, ob die Notenbanken größere Inflationsanstiege zu bekämpfen bereit seien: 0,70% Rendite in den US-Treasuries würden dann nicht mehr für längere Phasen höherer Inflationsanstiege entschädigen. (Ausgabe vom 07.09.2020) (08.09.2020/alc/a/a)