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EZB-Sitzung im Juni rückt wieder in den Fokus


07.06.18 09:00
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Ein nachlassendes Konjunkturmomentum, eine in großen Teilen des Jahres enttäuschend niedrige Inflation und die zuletzt zunehmende Volatilität an den Staatsanleihenmärkten hatten zu Spekulationen geführt, dass die EZB eine Entscheidung über die Zukunft ihres bis mindestens Ende September laufenden QE-Programms weiter aufschiebt, nachdem die Währungshüter im Mai dieses Thema erst gar nicht diskutiert hatten, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Der überraschend starke Anstieg der Inflation im Mai von 1,2% auf 1,9% (Konsens: 1,5% gg. Vj.) dürfte die Sorgen bezüglich einer Verfehlung des Inflationsziels bei der Notenbank verringert haben. EZB-Chefvolkswirt Peter Praet habe gestern in einer Rede angeführt, dass sich die Anzeichen der Konvergenz der Inflation hin zum Inflationsziel vermehrt hätten. Zudem habe Praet für die Ratssitzung am 14. Juni eine Diskussion über die Fortsetzung des Kaufprogramms für Anleihen angekündigt.

Der Euro habe gestern zum US-Dollar in Richtung von 1,18 USD zugelegt, da auch andere EZB-Mitglieder auf die Bedeutung der Juni-Sitzung mit Blick auf die Zukunft des QE-Programms hingewiesen hätten, was die Spekulationen über einen Ausstieg der EZB aus der ultraexpansiven Geldpolitik angeheizt habe. Die Analysten würden davon ausgehen, dass die EZB letztlich ihr Anleihenkaufprogramm bis Dezember 2018 verlängern werde, das Kaufvolumen aber ab Anfang Oktober von derzeit monatlich 30 Mrd. EUR auf 10 Mrd. EUR reduziere. (07.06.2018/alc/a/a)