Erweiterte Funktionen

EZB-Sitzung: Inflationsprognosen dürften weitgehend unverändert bleiben


07.09.20 11:30
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Der Eurozone-Datenkalender für die kommenden Tage ist eher dünn besetzt, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Die Analysten der RBI würden bei der Industrieproduktion im Monat Juli mit einem kräftigen Zuwachs im Vergleich zum Vormonat rechnen. Ihre Schätzungen sollten jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass dann das Outputniveau in den angeführten Ländern noch immer rund 5% bis 10% unter dem Vorkrisenwerten liege. Die sentix-Investoren-Umfrage dürfte eine neuerliche Stimmungsaufhellung ausweisen.

Das meiste Interesse dürften die Marktteilnehmer in der laufenden Woche der Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) entgegenbringen. Die Notenbank werde herausstreichen, dass der Fokus auf das Krisenmanagement gerichtet und es noch ein langer Weg zurück zur wirtschaftlichen Normalität sei. Die neuen Wirtschaftsprognosen könnten eine leichte Aufwärtsrevision der BIP-Schätzung für das laufende Jahr (-8,7%) und eine Abwärtsrevision für das Jahr 2021 (5,2%) bringen. Die Inflationsprognosen dürften weitgehend unverändert bleiben. Im Rahmen der "forward guidance" sollte die Erwartungshaltung einer anhaltenden Negativzinspolitik flankiert von Anleihekaufprogrammen für eine lange Zeit bestärkt werden. Möglicherweise würden der Envelope des APP-Programms verlängert und somit das Gesamtvolumen erhöht (aktuell EUR 120 Mrd. bis Ende 2020) und weitere PELTROs angekündigt (aktuell letzter im Dezember 2020). Bezüglich der jüngsten Euro-Aufwertung gegenüber dem USD sollte man sich noch gelassen äußern. Die von uns erwartete sehr taubehafte Haltung/Kommunikation der EZB dürfte wenig neue Impulse am Zinsmarkt bringen, da dies wohl in den aktuellen Marktkursen bereits reflektiert ist, so die Analysten der RBI. (Ausgabe vom 04.09.2020) (07.09.2020/alc/a/a)