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EZB: Ruhige Hand in bewegten Zeiten


11.06.21 16:15
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Botschaft des EZB-Rats war eindeutig: Der Inflationsanstieg ist unkritisch, so die Analysten der Helaba.

Es gebe keinen Grund, den geldpolitischen Kurs zu verändern. Die EZB gebe die Zügel nicht aus der Hand.

Wie zu erwarten - oder wie Kritiker meinen würden, zu befürchten gewesen sei - habe sich die EZB beim Thema Inflation demonstrativ entspannt gezeigt. Während parallel zur Pressekonferenz in Frankfurt die US-Teuerung mit 5% (!) veröffentlicht worden sei, habe Christine Lagarde die unkritischen Einmal- und Basiseffekte hierzulande betont und auf die ökonomischen Unterschiede zwischen den USA und dem Euroraum verwiesen. Den Akteuren an den Kapitalmärkten habe die EZB-Präsidentin erneut klar gemacht, dass sie nicht gedenke, die Kontrolle über Renditen und Risikoaufschläge abzugeben.

Vor diesem Hintergrund verwundere es nicht, dass die Reduzierung der Kaufprogramme derzeit kein Thema im Rat sei - obwohl die Inflations- und Wachstumsprognosen angehoben worden seien. Lagarde schwebe eine Politik der ruhigen Hand vor. Falle die Inflation dynamischer aus, könnte die ruhige Hand aber schnell als Untätigkeit ausgelegt werden. Viel bewegen werde sich der EZB-Rat aber vermutlich auch dann nicht. Die EZB habe sich offenbar festgelegt, nichts zu unternehmen, was den Konjunkturboom und die historischen Investitionsprogramme im Euroraum gefährde. Die Kapitalmarktzinsen im Euroraum dürften in diesem zyklischen Umfeld zwar steigen. Große Spielräume lasse die Geldpolitik aber nicht zu. (11.06.2021/alc/a/a)