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EZB-Präsidentin Lagarde zeigt Sympathien für "grüne Geldpolitik"


15.10.20 09:45
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Die gestrige Euro-Industrieproduktion (August) legte erwartungsgemäß nur mehr moderat zu, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Die Zeiten hoher, lockerungsbedingter Zuwächse seien nun erstmal vorbei. So sei die Produktion lediglich um 0,7% p.m. ausgeweitet worden. Im Juli habe das Plus noch bei 5,0% p.m. gelegen. Damit liege die Industrieproduktion zwar nur noch knapp 6% unter dem Vor-Corona-Niveau. Angesichts des aktuellen infektionsbedingten Gegenwinds sei mit einem schnellen Schließen der Lücke jedoch nicht zu rechnen.

Datenseitig stünden heute mit dem Philly-FED- sowie dem Empire-State-Index in den USA zwei regionale Sentimentindikatoren und damit der erste Stimmungstest für den Monat Oktober auf dem Programm. Der Konsens erwarte in beiden Fällen quasi keine Veränderung (marginal schwächer).

Unterdessen hab sich diesseits und jenseits des Atlantiks eine Vielzahl an Währungshütern zu Wort gemeldet. In der Eurozone habe sich Villeroy (Frankreich) für ein temporäres Überschießen des Zielwerts ausgesprochen, was dem neuen FED-Ansatz nahekomme. Demgegenüber habe Rehn (Finnland) die Bedeutung eines symmetrischen Zielwerts hervorgehoben, während Direktoriumsmitglied Mersch keine große Neigung habe erkennen lassen, Änderungen an der Zieldefinition vorzunehmen. EZB-Präsidentin Lagarde habe einmal mehr ihre Sympathie für eine "grüne Geldpolitik" erkennen lassen.

Heute und morgen richte sich der Fokus auch auf den EU-Gipfel, der ganz im Zeichen des Brexits stehen werde. Trotz der von Johnson für heute gesetzten Deadline dürften die festgefahrenen Verhandlungen auch in den kommenden Wochen weitergehen. (15.10.2020/alc/a/a)