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Die EZB-Politik wird noch lange hochexpansiv bleiben


16.07.21 09:15
Merck Finck

München (www.anleihencheck.de) - Nach der Bekanntgabe der Ergebnisse ihrer Strategieüberprüfung richten sich nächste Woche alle Blicke auf die EZB-Sitzung am Donnerstag, so die Experten von Merck Finck a Quintet Private Bank in ihrem aktuellen "Wochenausblick".

"Die EZB wird erklären müssen, was das neue, symmetrische 2 Prozent-Inflationsziel bei zusätzlicher Berücksichtigung der Preistrends von Eigenheimen für ihr Handeln aktuell bedeutet", sage Robert Greil. Aus seiner Sicht habe "sich die EZB damit für die in den nächsten Monaten wohl deutlich über 2 Prozent liegende Inflation frühzeitig mehr Argumentationsspielraum zur Verteidigung ihrer extrem expansiven Politik geschaffen". Greil weiter: "Die EZB sollte auch konkreter werden, was ihre Einbeziehung von Überlegungen zum Klimawandel in ihre Geldpolitik ab sofort bedeutet."

An der Konjunkturfront dürften kommende Woche die Einkaufsmanagerindices für Juli am Freitag am meisten Aufmerksamkeit auf sich ziehen. In Deutschland stünden zudem am Dienstag die Produzentenpreise für Juni und in der Eurozone das Verbrauchervertrauen für Juli auf der Agenda, das am Freitag noch für Großbritannien folge. Am selben Tag würden dort noch die Einzelhandelsumsätze für den Juni publiziert.

In den USA stünden jenseits der Einkaufsmanagerindices vor allem Daten zum Häusermarkt auf der Agenda: Nach dem "NAHB"-Hauspreisindex am Montag kämen am Dienstag die jüngsten Zahlen zu Baubeginnen und -genehmigungen, bevor am Donnerstag noch die Daten für Bestandsobjekte folgen würden. Ebenfalls am Donnerstag komme der Sammelindikator für Frühindikatoren des Monats Juni. Und während in China keine Schlüsseldaten anstünden, werde Japan wenige Tage vor dem Beginn der Olympischen Spiele die Inflationsdaten sowie die Handelsbilanz für Juni vorlegen.

ZITATE:

"Die EZB-Politik wird noch lange hochexpansiv bleiben."

"Die EZB wird erklären müssen, was das neue, symmetrische 2 Prozent-Inflationsziel bei zusätzlicher Berücksichtigung der Preistrends von Eigenheimen für ihr Handeln bedeutet."

"Die EZB hat sich für die in den nächsten Monate wohl deutlich über 2 Prozent liegende Inflation frühzeitig mehr Argumentationsspielraum zur Verteidigung ihrer extrem expansiven Politik geschaffen."

"Die EZB sollte auch konkreter werden, was ihre Einbeziehung von Überlegungen zum Klimawandel in ihre Geldpolitik ab sofort bedeutet." (16.07.2021/alc/a/a)