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EZB: Mitglieder mahnen zu mehr Eile bei der Normalisierung der Geldpolitik


06.05.22 10:00
DekaBank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Aufgrund des zunehmend breiter basierten Preisauftriebs und der steigenden Inflationserwartungen wächst im EZB-Rat die Sorge, dass sich die Inflation auf einem erhöhten Niveau verfestigt, so die Analysten der DekaBank.

Deshalb hätten zuletzt einige Mitglieder zu mehr Eile bei der Normalisierung der Geldpolitik gemahnt. Die nächste Ratssitzung am 9. Juni werde dabei einen richtungweisenden Charakter haben. Einerseits dürften die neuen makroökonomischen Projektionen zum Ausdruck bringen, dass die zuvor definierten Bedingungen für eine erste Anhebung des Einlagesatzes erfüllt seien. Andererseits würden die Anleihekäufe der EZB einen solchen Zinsschritt jedoch vorerst ausschließen. Die Analysten der DekaBank würden davon ausgehen, dass die EZB diesen Widerspruch durch einen Kompromiss ausräumen werde, der zwei Elemente beinhalte. Erstens dürfte sie die Nettoanleihekäufe des APP schon Ende Juni auslaufen lassen, was ihr die Möglichkeit einer ersten Leitzinserhöhung im Juli eröffne. Zweitens dürfte sie aber stärkere Signale als bisher setzen, um die Markterwartungen über Tempo und Ausmaß einer bevorstehenden Straffung zu begrenzen. (Ausgabe Mai 2022) (06.05.2022/alc/a/a)