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EZB: Inflationsraten werden länger im negativen Bereich verharren als gedacht


12.11.20 09:45
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - EZB Präsidentin Lagarde meldete sich gestern im Zuge des EZB-Forums zur Geldpolitik prominent zu Wort, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Konjunkturelle Abwärtsrisiken hätten zugenommen und Inflationsraten würden länger als zuletzt gedacht im negativen Bereich verharren. Des Weiteren seien bestehende Signale bekräftigt worden, den geldpolitischen Maßnahmenmix auf der nächsten Zinssitzung im Dezember anzupassen. Anleihenkäufe im Zuge des PEPP-Programms sowie TLTROs hätten sich im aktuellen Umfeld als äußerst effektiv erwiesen und würden auch zukünftig die wesentlichen Instrumente darstellen, um Anpassungen vorzunehmen, so Lagarde.

An Konjunkturdaten würden heute in der Eurozone Zahlen zur Industrieproduktion (September) sowie in den USA Inflationsdaten (Oktober) veröffentlicht. Trotz positiver Signale der Industrieumfragen würden die Analysten der RBI mit einem nur kleinen Plus des Outputs im Vergleich zum Augustwert rechnen. Die Inflationsdynamik werde in den USA leicht schwächer erwartet als in den vergangenen Monaten (< 0,2% p.m.), als nicht nur steigende Energiepreise, sondern auch die Kerninflation zu höheren Inflationsraten beigetragen habe.

Am Staatsanleihenmarkt habe sich die Situation, welche zuletzt vom Ausverkauf sicherer Häfen geprägt gewesen sei, stabilisiert. Die Renditen deutscher und amerikanischer Staatsanleihen würden nahe den Montags-Schlusskursen handeln, als die Risk-on Stimmung durch positive Nachrichten über einen COVID-19-Impfstoff befeuert worden sei.

An Wortmeldungen sei heute die Podiumsdiskussion der Notenbank-Präsidenten Lagarde (EZB), Powell (FED) und Bailey (Bank of England) am EZB-Forum zur Geldpolitik hervorzuheben. (12.11.2020/alc/a/a)