EZB: Es besteht kein Grund, Anpassungen der Geldpolitik vorzunehmen


01.08.17 09:00
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Letztlich haben die Preisdaten für den Euroraum bestätigt, dass die Teuerungsdynamik hierzulande gering ist, so die Analysten der National-Bank AG.

Für die EZB bestehe kein Grund, Anpassungen ihrer aktuellen Geldpolitik vorzunehmen. Daher dürften weiterführende Entscheidungen auch erst im Oktober gefällt werden, wobei die Notenbanker sicher die Entwicklung der Energie- und auch Rohstoffpreise im Blick haben würden. Für sie dürften aber die kommenden Lohnverhandlungen in weiten Teilen des Euroraums, insbesondere aber in Deutschland, mehr Gewicht haben, als Schwankungen bei Rohstoffpreisen. Die positive wirtschaftliche Entwicklung, die sich heute einmal mehr an den endgültigen Werten für die Markit Einkaufsmanagerindices sowie dem Euroland BIP für Q2 ablesen lassen werde, dürften irgendwann ihre Spuren hinterlassen.

Die Euroland-Arbeitsmarktdaten seien gestern ebenfalls erfreulich ausgefallen. Die Spreizung bei der Beschäftigung bleibe jedoch hoch. Griechenland und Spanien würden nach wie vor hohe zweistellige Arbeitslosenquoten aufweisen, während in Deutschland oder Österreich gemäß der Arbeitslosenquoten nahezu Vollbeschäftigung herrsche. Der deutsche Arbeitsmarktbericht, der heute vorgestellt werde, dürfte das bestätigen. Am Nachmittag würden die Investoren dann zum einen auf die PCE-Deflatoren schauen.

Die Preisdynamik in den USA werde gering gewesen sein. Die Marktakteure würden vermutlich den nächsten Leitzinsschritt durch die FED weiter auspreisen, was sich jedoch als Fehler erweisen dürfte. Sollte es keine starke Verlangsamung der Preisdynamik geben, würden die US-Notenbanker trotz Widerstandes aus den eigenen Reihen ihren Kurs gradueller Leitzinserhöhungen beibehalten. Die Mehrheit der FED-Vertreter werde bemüht sein, der Notenbank wieder geldpolitischen Spielraum zu erarbeiten, trotz geringer Dynamik der Preise.

Außerdem sei der ISM für das Verarbeitende Gewerbe zu beachten, der ähnlich wie sein Chicagoer Pendant gestern für eine negative Überraschung gut sein könne. Der Chicagoer PMI habe deutlich nachgegeben, was durchaus Ergebnis des anhaltenden Regierungschaos im Weißen Haus sein könne. Jüngstes Opfer: Der neue Kommunikationschef, der nur zehn Tage im Amt geblieben sei. Außerdem seien weder die Reform des Gesundheitssystems noch Steuersenkungen oder Infrastrukturausgaben umgesetzt worden. Und selbst in republikanischen Kreisen sei man skeptisch, ob sich Steuersätze unter 25% überhaupt umsetzen lassen würden. Immerhin scheine es in China weiter aufwärts zu gehen: Der Caixin-Einkaufsmanagerindex sei angezogen, sei heute Morgen gemeldet worden.

Mit den Vorgaben aus Asien dürfte der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) mit leichten Verlusten in den Tag starten. Im Tagesverlauf sollte er sich zwischen 161,30 und 162,55 bewegen. Außerdem werde man die Berichtssaison weiter im Auge behalten, die bisher sehr gut gelaufen sei. Zugleich dürfte das Chaos im Weißen Haus die Bondkurse tendenziell stützen. Die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries sollte zwischen 2,23 und 2,38% schwanken. (01.08.2017/alc/a/a)





hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
161,18 € 160,97 € 0,21 € +0,13% 21.09./15:51
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0009652644 965264 166,40 € 158,73 €