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EZB-Erwartungen gestärkt


07.06.18 09:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Außer den deutschen Auftragseingängen, die allerdings schon zum Handelsbeginn veröffentlicht werden, finden sich kaum interessante Einträge im Datenkalender, so die Analysten der Helaba.

Bezüglich der Bestellungen der deutschen Industrie seien die Erwartungen leicht freundlich, denn die ersten drei Monate seien teilweise von deutlichen Rückgängen geprägt gewesen. Dabei sollte aber der Blick auf den davor liegenden Zeitraum nicht vergessen werden. Ab August 2017 sei es zu einem sehr starken Auftragszuwachs gekommen, sodass sich nun nach einer ersten Korrektur herauskristallisieren dürfte, ob die konjunkturelle Dynamik weiter abnehme oder ob eine hohe Wachstumsgeschwindigkeit gehalten werden könne. Dies habe Rückwirkungen auf den erwarteten Zinspfad der Europäischen Zentralbank.

Die Zinserhöhungsspekulationen hätten Anfang des Jahres zugenommen, sich seitdem und vor allem im Zuge der politischen Turbulenzen in Italien aber zurückgebildet. Per Ende 2019 werde der 3M-Euribor knapp unter null gehandelt. Aktuell liege der 3M-Satz bei -0,32%. Das bedeute, dass etwa eine Zinserhöhung auf Sicht der kommenden 18 Monate eskomptiert sei. Jüngste Kommentare der EZB-Vertreter würden dies als wenig ambitioniert erscheinen lassen. Zumal es zu bedenken gelte, dass sich der Interbankensatz seit längerem am EZB-Einlagenzins und nicht am EZB-Reposatz orientiere.

Eine erneute Umorientierung der Geldmarktsätze zusammen mit dem Gezeitenwechsel in der Geldpolitik könne mittelfristig ungeachtet der hohen Überschussreserve nicht ausgeschlossen werden. Im weiteren Verlauf des Tages stünden in den USA die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe an. Eine weiterhin solide Indikation für den kommenden Arbeitsmarktbericht sei zu erwarten und so dürften die Erwartungen einer Zinserhöhung seitens der FED in diesem Monat nicht geschmälert werden. (07.06.2018/alc/a/a)