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EZB: Erste Anhebung des Einlagensatzes nicht vor Mitte 2019 erwartet


08.08.17 09:45
DekaBank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Auf der EZB-Pressekonferenz im Juli hat Präsident Draghi keine neuen Hinweise auf eine bevorstehende Normalisierung der Geldpolitik gegeben, so die Analysten der DekaBank.

Er habe damit den Eindruck seiner vielbeachteten Rede in Sintra Ende Juni relativiert. Dort habe er argumentiert, dass die wirtschaftliche Erholung mittelfristig auch zu höheren Inflationsraten führen werde, was von vielen als Vorbereitung eines geldpolitischen Kurswechsels interpretiert worden sei. Eine Entscheidung über die Fortführung ihrer Wertpapierkäufe habe die EZB auf die Sitzungen im September oder Oktober verschoben. Die Analysten würden aber auch dann lediglich die Ankündigung erwarten, die monatlichen Volumina ab Januar auf ca. 40 Mrd. Euro zu verringern.

Alle weiteren Tapering-Schritte dürfte die EZB davon abhängig machen, inwieweit der Preisauftrieb auf breiter Basis zunehme. Zudem dürfte sie ihre Absicht unterstreichen, die Leitzinsen noch für längere Zeit unverändert niedrig zu lassen. Die Analysten würden die erste Anhebung des Einlagensatzes nicht vor Mitte 2019 und einen entsprechend langsamen Anstieg der EONIA- und EURIBOR-Sätze erwarten. (Ausgabe August/September 2017) (08.08.2017/alc/a/a)