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EZB: Ende der Anleihekäufe im September wahrscheinlich


12.01.18 08:30
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Das gestern veröffentlichte Protokoll zur letzten EZB-Zinssitzung enthielt Hinweise, dass die Notenbank bereit ist, bei der von ihr unterstellten Wirtschaftsentwicklung die Wortwahl zur zukünftigen Geldpolitik dieses Jahr sukzessive anzupassen, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Dies mache erstens ein Ende der Anleihekäufe im September wahrscheinlich. Zweitens würden die längerfristigen Zinserwartungen ins Blickfeld rücken. Der am Markt gepreiste Leitzinspfad für die nächsten Jahre sei nach oben korrigiert worden, was zu einem deutlichen Anstieg der Rendite von deutschen Staatsanleihen geführt habe.

Der Datenkalender halte heute interessante Veröffentlichungen aus den USA bereit. Bei den Verbraucherpreiszahlen ohne Energie und Nahrungsmittel (Kernrate) zeichne sich für Dezember eine Zunahme um rund 0,2% p.m. ab. Da die Kraftstoffpreise stärker gesunken seien als es dem saisontypischen Muster entspreche, dürfte der Verbraucherpreisindex mit 0,1% p.m. weniger stark zugelegt haben als die Kernrate. Die Inflationsrate würde damit auf 2,1% p.a. sinken.

Neben den Inflationsdaten seien die Einzelhandelsdaten von Relevanz. Der Einzelhandelsumsatz habe seit September jeden Monat kräftig zugelegt. Für Dezember würden die Analysten erneut ein spürbares Plus von 0,6% p.m. erwarten. Am Ratingkalender scheine heute Belgien auf (S&P: AA(s)).
Am Primärmarkt habe gestern Italien Anleihen mit Laufzeit 2020 und 2024 um jeweils EUR 3 Mrd. aufgestockt. Bei einer durchschnittlichen Rendite von 0,04% und 1,35% seien die Emissionen 1,4- und 1,54fach überzeichnet gewesen. (12.01.2018/alc/a/a)