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EZB-Chefin enttäuscht Zinshoffnungen


05.11.21 12:30
FONDS professionell

Wien (www.anleihencheck.de) - Schon länger erwarten Marktbeobachter angesichts der gestiegenen Inflationsrate eine Anhebung der Leitzinsen im europäischen Raum, so die Experten von "FONDS professionell".

Diese Hoffnungen habe die Chefin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, mit ihrer Rede in Lissabon am Mittwoch (3.11.) enttäuscht, berichte das "Handelsblatt". Zuerst müssten drei Bedingungen erfüllt sein, damit eine Zinsanhebung für die EZB infrage käme. "Trotz des gegenwärtigen Inflationsanstiegs bleibt der Inflationsausblick mittelfristig verhalten, und daher ist es sehr unwahrscheinlich, dass diese drei Bedingungen nächstes Jahr erfüllt sind", zitiere die Tageszeitung die EZB-Chefin.

Zu den drei Bedingungen gehöre eine stabile Inflationsrate nahe zwei Prozent, ebenso wie Fortschritte bei der unterliegenden Inflation. Gemeint sei der Preisdruck für Güter, die nicht besonders schwankungsanfällig seien - Energie- und Lebensmittelpreise würden beispielsweise ausgeklammert. Die derzeitige Teuerung halte die EZB nach wie vor für ein vorübergehendes Phänomen, mittelfristig liege die Inflation aus Sicht der Währungshüter unter den erforderlichen zwei Prozent.

Bei Investoren habe Lagardes Ankündigung für lange Gesichter gesorgt, da Marktbeobachter Ende 2022 fest mit einer Zinserhöhung gerechnet hätten. Ein genaues Datum für den Zinsanstieg bleibe nach wie vor offen. Die EZB wolle zunächst einmal das billionenschwere Corona-Anleihekaufprogramm PEPP drosseln. Das Ende des Notprogramms sei voraussichtlich für März 2022 geplant. Danach dürfte das kleinere EZB-Anleihekaufprogramm der EZB namens APP allerdings noch weiterlaufen, würden Experten erwarten. (05.11.2021/alc/a/a)