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EZB-Ankaufprogramm: Volumen aufgenommener Papiere deutlich unter langfristigem Durchschnit


08.08.17 09:15
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Auch in der sechzigsten Woche seit Beginn des Ankaufprogramms für Unternehmensanleihen lag das Volumen der aufgenommenen Papiere mit nur EUR 787 Mrd. wie schon in der Woche zuvor (EUR 723 Mrd.) deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt, berichten die Analysten der Nord LB.

Dies gelte dabei nicht nur für den Durchschnittswert seit Initiierung des Programms von wöchentlich rund EUR 1,7 Mrd., sondern sogar für den Mittelwert seit Reduzierung des Zielwertes des EAPP auf EUR 60 Mrd. monatlich. Seitdem seien durch die nationalen Notenbanken im Schnitt immerhin noch täglich etwas mehr EUR 310 Mio. im CSPP erworben worden. Der Gesamtbestand liege unterdessen bei EUR 101,848 Mrd. und strebe damit zumindest noch auf einen Wert am Ende der Laufzeit von über EUR 141 Mrd. zu. Heute Nachmittag würden die Daten für den Gesamtmonat Juli mit der entsprechenden Verteilung auf Primär- und Sekundärmarktaktivitäten veröffentlicht. Darüber hinaus werde offengelegt werden, welche Länder stärker und welche in geringerem Maße ausgewählt worden seien. Im Monat Juni seien unverhältnismäßig viele Emissionen aus Italien und Frankreich gegenüber einem zu geringen Anteil an Deutschland, Finnland, Irland und Portugal ausgewiesen worden. Die Restlaufzeit der Bundesanleihen sei dabei auf 5,33 Jahre gestiegen, nachdem sie im Mai noch bei nur 3,99 Jahren "rekordniedrig" gewesen sei.

An den ansonsten vom Sommerloch dominierten Primärmärkten mit einem in dieser Woche erwarteten Neuvolumen zwischen EUR 5 minimal, aber EUR 20 Mrd. maximal, habe British American Tobacco Banken für eine Roadshow mandatiert, um in USD, EUR und GBP Mittel für die Finanzierung der Übernahme von Reynolds American einzusammeln. Zusammen mit Anleihen, die auf dem US-Heimatmarkt begeben werden sollten, werde das Unternehmen versuchen, bis zu USD 25 Mrd. einzuwerben. Die Ambitionen gerade auch amerikanischer Unternehmen, ihre M&A-Aktivitäten durch Anleihen-Emissionen zu finanzieren, würden also nicht abreißen. So genannte Reverse Yankees (Anleihen von US-Unternehmen am Euro-Markt) seien dabei aufgrund der niedrigeren Zinsen in Europa weiter opportun. Prominentestes Beispiel sei im letzten Jahr Anheuser-Busch mit der Übernahme von SABMiller gewesen, die über die Ausgabe der bis dato größten in Euro denominierten Unternehmensanleihe mit insgesamt EUR 13,25 Mrd. finanziert worden sei. (08.08.2017/alc/a/a)