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EWU-Teuerung vor Anstieg - Kernteuerung auch?


04.04.18 09:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In der Währungsunion richten sich die Blicke auf die Schnellschätzungen der Gesamt- und Kerninflationsraten, so die Analysten der Helaba.

Letztere habe nach Ansicht der Analysten in den letzten Jahren an Gewicht gewonnen, denn die Argumentation der Europäischen Zentralbank habe sich auf die mittelfristige Zielerreichung konzentriert, sodass stark schwankende Energie- und Nahrungsmittelpreise, keinen wesentlichen Einfluss auf die Inflationsperspektiven der Notenbanker gehabt hätten. Die um diese Komponenten bereinigte Kerninflation bilde den allgemeinen Teuerungstrend besser ab und hier habe sich zuletzt ein noch immer schwacher Preisauftrieb gezeigt.

Die vorläufigen deutschen Verbraucherpreise würden zwar einen Anstieg der Kernrate andeuten, ob dies aber auch in der Breite der Eurozone gelte, bleibe abzuwarten, denn Indikationen in Frankreich würden einen unveränderten Wert signalisieren. Bei der Gesamtinflation dürfte es im abgelaufenen Monat dagegen zu einem Anstieg gekommen sein. Die vorläufigen Daten der großen vier Euro-Länder würden höhere Jahresveränderungsraten aufweisen. Selbst mit dem konsensseitig erwarteten Plus liege die Teuerung jedoch weiterhin auf einem moderaten Niveau, sodass die Zinserwartungen bezüglich der EZB per saldo wohl nicht forciert werden dürften.

In den USA stehe mit dem ADP-Beschäftigungsreport eine wichtige Indikation für den offiziellen Arbeitsmarktbericht an, der am Freitag zur Veröffentlichung anstehe. Bei den heutigen Zahlen werde mit einem Plus von 210 Tsd. Stellen gerechnet, ein Zuwachs etwa auf dem Vormonatsniveau. Der offizielle Wert habe dagegen im Februar jenseits der 300-Tsd.-Marke gelegen. Vor diesem Hintergrund würden die Analysten kein positives Überraschungspotenzial sehen.

Des Weiteren sei der ISM-Index des Nicht-Verarbeitenden Gewerbes von Interesse. Das Pendant im Verarbeitenden Gewerbe habe etwas stärker nachgegeben als erwartet und liefere somit eine leicht negative Indikation. Auch regionale Service-Barometer hätten sich per saldo schwächer wie auch die Verbrauchererwartungen gezeigt. Alles in allem sollte ein Rückgang des heutigen ISM-Indexes nicht überraschen. Die Industrieaufträge des Monats Februar sollten ein deutliches Plus aufweisen, nachdem bereits die Aufträge langlebiger Wirtschaftsgüter, die gut die Hälfte aller Aufträge ausmachen, mit einem Plus von 3,1% VM überzeugen und positiv überraschen konnten, so die Analysten der Helaba. (04.04.2018/alc/a/a)