EWU-Inflationsrate gesunken


08.01.18 12:05
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die EWU-Inflationsrate ist im Dezember vorläufigen Angaben zufolge von 1,5% auf 1,4% gesunken, so die Analysten von Postbank Research.

Der Rückgang sei fast ausschließlich auf die von 4,7% auf 3,0% sinkende Teuerungsrate der Energiekomponente zurückzuführen gewesen. Die Kerninflationsrate, die ohne Energie und Nahrungsmittel berechnet werde, habe bei 0,9% verharrt. Im Jahr 2017 sei die Inflationsrate im Durchschnitt von zuvor 0,2% auf 1,5% gestiegen. Dies sei zwar der höchste Wert seit dem Jahr 2012. Vom Inflationsziel der EZB von knapp unter 2% sei die Teuerung im Euroraum damit aber noch ein Stück entfernt. Dies gelte insbesondere auch für den grundlegenden Preisauftrieb. So habe die Kerninflationsrate 2017 im Jahresdurchschnitt bei lediglich 1,0% gelegen.

Der US-Arbeitsmarktbericht für Dezember sei leicht enttäuschend ausgefallen. Die Zahl der neugeschaffenen Stellen sei von 252 Tsd. im Vormonat auf 148 Tsd. gefallen und damit hinter den Erwartungen des Marktes von 190 Tsd. zurückgeblieben. Die Arbeitslosenquote habe erwartungsgemäß bei niedrigen 4,1% verharrt. Die durchschnittlichen Stundenlöhne seien im Vormonatsvergleich zwar um beachtliche 0,3% gestiegen. Jedoch sei der Wert für November von 0,2% auf 0,1% nach unten korrigiert worden.

Insgesamt sei die Lohndynamik damit verhalten geblieben. Untermauert werde dieser Eindruck durch die Jahresrate, die lediglich von 2,4% auf immer noch sehr moderate 2,5% nach oben gekrabbelt sei. In der Summe sei der Arbeitsmarktbericht solide ausgefallen, obwohl er die Erwartungen etwas verfehlt habe. Er liefere damit auch überhaupt kein Signal, dass die FED ihren geldpolitischen Straffungskurs aussetzen könnte. Im Gegenzug biete er, vor allem aufgrund der verhaltenen Lohndynamik, aber auch keine Argumente, warum die US-Notenbank das Tempo ihres Zinserhöhungskurses in diesem Jahr beschleunigen sollte.

Der ISM-Index für das Dienstleistungsgewerbe der USA sei im Dezember entgegen den Erwartungen recht deutlich von 57,4 auf 55,9 Punkte gesunken. Er habe damit das Kontrastprogramm zum ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe geliefert, für den bereits am Mittwoch ebenso überraschend ein ebenso kräftiger Anstieg von 58,2 auf sehr hohe 59,7 Punkte ausgewiesen worden sei. In der Summe würden die Indikatoren auf eine unverändert robuste US-Konjunktur hinweisen.

Die deutschen Auftragseingänge seien im November im Vormonatsvergleich um 0,4% gesunken. Nach drei zum Teil sehr kräftigen Anstiegen in Folge sei dieser leichte Rücksetzer nicht unerwartet gekommen. Die Vorjahresrate sei von 7,2% auf 8,7% gestiegen und unterstreiche damit die derzeit hohe Dynamik in der deutschen Industrie.

Im weiteren Tagesverlauf veröffentliche die EU-Kommission ihre Stimmungsindikatoren für den Euroraum im Dezember. Vor dem Hintergrund eines starken Einkaufsmanagerindexes würden die Analysten davon ausgehen, dass das Industrievertrauen von 8,2 auf 8,5 Punkte gestiegen sei. Der bereits vorläufig gemeldete Anstieg des Verbrauchervertrauens auf 0,5 Punkte sollte bestätigt werden. (08.01.2018/alc/a/a)