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EU einigt sich auf Einführung der Senior non-preferred Anleiheklasse


10.11.17 10:15
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Ende Oktober einigten sich das Europäische Parlament, die Europäische Kommission sowie der Europäische Rat (EC IP/17/4182) auf die Einführung der neuen Anleiheklasse "Senior non-preferred" (SNP), so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Hintergrund dieser Entscheidung sei die im TLAC-Standard (Total Loss Absorbing Capacity) geforderte Subordinierung von berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten zur Anrechnung Letzterer. Zur Erfüllung der Nachrangigkeit könne aus den drei Varianten gewählt werden: Struktureller Nachrang, vertraglicher Nachrang sowie gesetzlichem Nachrang.

Mit ihrer Entscheidung schaffe die EU nun ein gesetzliches Rahmenwerk zur vertraglichen Subordinierung. Es sei hier nach dem Vorbild Frankreichs, dass eine gleichartige Gesetzgebung bereits Ende 2016 verabschiedet habe, gehandelt worden. Im Laufe der letzten Monate hätten sich auch Spanien und Belgien für diese Variante entschieden. Es sei daher davon auszugehen, dass durch die nunmehr hergestellte gesetzliche Grundlage, auch andere Länder diese neue Haftungskaskade inklusive der neuen Anleiheklasse in lokalem Recht verankern würden. Im Speziellen erwarten die Analysten der RBI die Umsetzung in Italien. Das Land habe mit der UniCredit nur eine Bank, die als global systemisch eingestuft sei (GSIB) und dementsprechend unter den TLAC-Standard falle. Es sei aber, im Anschluss an die Übernahme in lokales Recht, auch von Emissionen der anderen größeren Institute des Landes auszugehen. (Ausgabe 12 vom 09.11.2017) (10.11.2017/alc/a/a)